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Das Wandern ist des Stengerts Lust

Das Wandern ist des Stengerts Lust

Rolf Stengert ist auf seinem 750 Kilometer Marsch - Ziel ist die südlichste Gemeinde Deutschlands

Hersel. Etliche Kilometer hat Rolf Stengert aus Hersel bereits hinter sich. Guten Mutes strebt er seinem Ziel, Einödsbach, entgegen. Gestartet am 10. Juni, will er dort, in der südlichsten Gemeinde Deutschlands, nach einem Monat, am 10. Juli, eintreffen. Rund 750 Kilometer hat er dann auf Schusters Rappen zurückgelegt. Seine Route geht von Hersel über Andernach, Wiesbaden, Heidelberg, Nagold, Bad Dürrheim (Schwarzwald), Singen. Lindau am Bodensee ins Allgäu nach Sonthofen und von dort zum Oberstdorfer Ortsteil Einödsbach. Die Tagestouren hat der muntere Wanderer mit 23 bis 35 Kilometern geplant. Nur in den Allgäuer Bergen werden die Etappen kürzer, dafür die zu überwindende Höhendifferenz aber erheblich größer. Die Route geht er ohne Navigationsgerät, sondern klassisch nach Kartenausschnitten für die jeweiligen Tagesabschnitte. Sein Rucksack, in dem alle notwendigen Utensilien von Bekleidung über Ersatzschuhen bis zu einem Liter Getränk Platz finden, wiegt ungefähr 9,5 Kilogramm. Die Unterkünfte während der Wanderzeit hat er im Voraus fest gebucht.

"Bewegung ist schon immer mein Ding gewesen", begründet der agile Herseler seine sportlichen Aktivitäten. "Der Wahlspruch des tschechoslowakischen Wunderläufers Emil Zatopek "Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft" hat mein Leben geprägt." Rund 25 Jahre ist Stengert wettkampfmäßig gelaufen, hat sich vor allem auf Langstreckenläufe wie Marathons, 100km- und 12-Stundenläufe spezialisiert, und in diesen Disziplinen mehrfach an Deutschen Meisterschaften teilgenommen.

Mit 50 Jahren kam dann das Wandern dazu. Seine Lieblingstouren waren unter anderem der Rheinsteig, der Eifelsteig, der Altmühltalpanoramaweg, der Maximiliansweg vom Boden- zum Königssee und der deutsche Jakobsweg von Nürnberg nach Konstanz. Zweimal überquerte der Wandersmann die Alpen - und zwar auf dem europäischen Fernwanderweg von Oberstdorf nach Verona sowie dem Goetheweg von Mittelwald zum Gardasee.

"Deutschland ist vielfältig und schön", weiß Stengert zu berichten. "Bei meinen Wanderungen durch die halbe Republik überraschen mich die unterschiedlichen Landschaften, die vielfältigen Dialekte und die spezifischen kulinarischen Genüsse. Kurz: Wandern ist für mich ein kunterbuntes Kennenlernen von Land und Leuten."

Für das kommende Jahr, in dem Stengert seinen 70. Geburtstag feiern wird, plant er eine Wanderung durch die nördliche Hälfte Deutschlands. Starten will er dann in der Nähe von List auf Sylt, dem nördlichsten Punkt Deutschlands. Über Hamburg, die Lüneburger Heide und das Sauerland geht es zu seinem Heimatort Hersel am Rhein. Auch möchte er noch einmal auf die Zugspitze steigen. Und sein größter Traum ist die Wanderung auf dem sogenannten "portugiesischen Jakobswegs" von Lissabon über Porto nach Santiago de Compostela. Wenn eine Mitwanderin oder ein Mitwanderer dieses iberische Abenteuer mit ihm teilen möchte, würde er sich darüber sehr freuen.

Rolf Stengert ist in Hersel wahrlich kein Unbekannter. Seit 43 Jahren ist er verheiratet mit seiner Mechthild und Vater zweier Söhne sowie Großvater zweier Enkel. Beruflich war er 33 Jahre Finanzbeamter und danach 12 Jahre bei der DFG Leiter des Referats "Prüfung und Abrechnung". 33 Jahre war er ehrenamtlich der sogenannte "Finanzminister" der evangelischen Kirchengemeinde in Hersel. Der Karnevalsprinz der Session 2011/12 geht auch heute noch gern als Redner in die Bütt. Zudem ist er Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Hersel-Uedorf und singt beim Männergesangverein "Aegidius" als 2. Tenor. Es ist Stengert zu wünschen, dass er neben seiner Familie sich noch viele Jahre für seinen Heimatort einsetzen und seiner Leidenschaft, dem Wandern, frönen kann. (WDK)

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Ort
Veröffentlicht
06. Juli 2018, 09:11