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Konzertlesung „Clara, Robert und Johannes – eine ungewöhnliche Künstlergemeinschaft“ Sie war die berühmteste Pianistin Europas, sie war die Künstlerin, zu der ihr Vater, Friedrich Wieck, sie ausgebildet hatte. Clara Wieck konzertierte bereits mit neun Jahren und komponierte, jedoch zeigen ihre Tagebuchaufzeichnungen, dass sie immer wieder mit den Vorurteilen gegenüber von Frauen zu kämpfen hatte. Als Robert Schumann als Schüler Wiecks ins Haus kam, verliebten sich die beiden Künstler. Gegen den Willen des Vaters heiratete das Paar, nachdem es sich die Heiratserlaubnis vor Gericht erstritten hatte. Das Zusammenleben der beiden hochbegabten Künstler gestaltete sich als durchaus schwierig, Robert brauchte zum Komponieren Ruhe und Clara benötigte als Pianistin Zeit zum stetigen Üben. Die Krankheit Schumanns verdüsterte sein Leben und das seiner Familie. Nach seinem Selbstmordversuch entschloss er sich zum Klinikaufenthalt in Bonn-Endenich. In der Zeit des sich verschlechternden Zustandes Schumanns kam Johannes Brahms nach Düsseldorf, um vom Komponisten zu lernen. Er unterstützte Clara während dieser Zeit und verliebte sich in sie. Nach Schumanns Tod ging Brahms nach Wien, zwischen ihm und Clara Schumann blieb eine lebenslange Freundschaft. Clara begann eine intensive Konzerttätigkeit und machte auf diese Weise Schumanns Werk international bekannt. Die Konzertlesung sucht die Lebenssituationen dieser drei Künstlerpersönlichkeiten nachzuzeichnen. Orgelwerke bzw. für Orgel transkribierte Klavierwerke der Komponistin und der Komponisten verdeutlichen ihren besonderen künstlerischen Rang. So 06.10.2019 ǀ 18.00 Uhr Prof. Dr. Ute Büchter-Römer, Konzeption und Rezitation Ute Gremmel-Geuchen, Orgel Kath. Kirche St. Maria Magdalena | Magdalenenstraße 25 | 53121 Bonn Katholisches Bildungswerk Bonn
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Raum-Resonanzen So 01.09.2019 | 17.00 Uhr Konzert: Johannes S. Sistermanns, Andreas Wagner Zwischenimpuls: Hans-Ulrich Werner Eintritt Abendkasse: 8,00 € im Anschluss: Künstlergespräch mit Johannes S. Sistermanns So 01.09.2019 | 19.00 Uhr Johannes S. Sistermanns Dr. Johannes Sabel, Kath. Bildungswerk Bonn »raum:hören« erkundet den Kirchenraum als Resonanzkörper – mit Musik, Performance, Wort. Das Kirchengebäude selbst besteht aus zahllosen raum- sowie klangprägenden Elementen wie Wänden, Decken, Fußböden, hat Durchgänge, eine Krypta, Sakristei, Empore, Altarraum und einen Glockenturm. Sie alle sind auch Fassung, das Behältnis für Klang, Sprach- sowie Musikklang, produzierte Nebengeräusche sowie Resonanzkörper für viele Klänge aus dem Außenraum um die Kirche selbst. Mit »raum:hören« werden architektonische Perspektiven, visuelle Fluchten zu hörbaren Resonanzräumen. Stimmen, Materialien und Instrumente bewegen sich durch diese Räume, die sich zunehmend gegenseitig im Klang spiegeln und immer neue Klangmischungen ergeben. Räume überlappen sich, verklingen sich gegenseitig und geben akustisch ein Bild von ihrer Größe. Resonanzhören ist auch ein Raumhören. »raum:hören« ist experimentelle, künstlerische Antwort auf Fragen an den Raum, den wir alltäglich erfahren, selten aber in diesen Perspektiven: Wie lange dauert ein Raum? Was ist der Weg des Klanges durch den Raum, höre ich seine Raumschichtungen? Was ist das atmosphärische Potential in ihm? Hören wir nur in die Resonanz hinein oder können wir mit ihr korrespondieren? Ihr uns öffnen und wir selbst in Resonanz hierzu gehen? Johannes S. Sistermanns gehört zu den einflussreichsten Klangkünstlern der Gegenwart. Zwischen Kalkutta, New York, Hong Kong, Tokyo, Perth - und Donaueschingen bewegt sich nicht nur der Künstler Sistermanns und seine Projekte, sondern liegen auch die Quellen und Einflüsse seiner Arbeit – was es heißt, mit Klang Räume völlig neu erfahrbar zu machen und, nach Jahrelanger Auseinandersetzung mit Raumklang, einen Aufsatz mit dem Untertitel „Alles was ich über Raum nicht weiß“ zu publizieren, erleben Sie vom 1. bis 3. September in dem Projekt „raum:hören“ in Trägerschaft des Kath. Bildungswerkes Bonn in der Kreuzkirche in Bonn. Neben Sistermanns wird der Offenbacher Professor für Audioproduktion, Sound Design und Medien Hans-Ulrich Werner, der als „einer der vielseitigsten Klangforscher Deutschlands“ (Deutschlandfunk) gilt, das erste Konzert am 1. 9. 2019, 17.00 Uhr – in Form eines Zwischenimpulses - reflektieren. Im Anschluss an das Konzert haben Sie Gelegenheit, bei einem Künstlergespräch mit Johannes S. Sistermanns etwas genauer „hinter die Kulissen“ der Klangkunst zu schauen. Beim zweiten Konzert – „Raum Atmos“ am 3. 9. 2019, 19.30 Uhr – wird der Philosoph Reinhardt Knodt mit einer „Philosophie der Korrespondenz“ als Reflex auf das Klangkunstexperiment des Komponisten Johannes S. Sistermanns in diesen Abend einführen:„Wir leben in einer Atmosphäre der Dinge, im Bann von Ereignissen und beeinflusst von Personen, dem »Zeitgeist« oder auch einfach nur der Stimmung eines Gartens oder eines architektonischen Raumes. Was sich im Atmosphärischen zeigt, sind nicht einfach Gefühle, Bilder oder Symbole, sondern das allgemeine Geschehen der Korrespondenzen, an dem wir mehr oder weniger Anteil haben, je nachdem ob wir uns einbringen oder verweigern. Dieses Geschehen ist allgegenwärtig und wirkungsvoller als wir oft glauben. Auch die Phänomene des Religiösen, der Liebe oder der Sehnsucht gehören hierher.“ Für beide Konzertabende sind sicher nicht nur einzelne Instrumente ungewöhnlich, sondern auch ihre Mischung: Am ersten Abend – „Raum Resonanzen“ – sind es neben Saxophon, Bassklarinette, Orgel und Stimme auch Basalt-Lava-Stein, Transducer und Smartphone. Am zweiten Abend – „Raum Atmos“ – sind es neben Sopranino Saxophon, Renaissance Klarinette, Traversflöte, Mersenne und Stimme auch Monochord, Megaphon und Exciter.
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