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Dackelgedanken Guten Tag, liebe Freunde! (rhk) Apropos: Herrchen und Frauchen sind nicht mit mir nach Passau gefahren, um das erste deutsche Dackelmuseum zu besichtigen. Ihr erinnert Euch sicher, dass ich beim letzten Mal so eine schreckliche Ahnung hatte. Das wäre schon eine Zumutung gewesen: Warum soll ich mir ausgestopfte Artgenossen ansehen? Brauche ich nicht und vielleicht konnte ich mich durch böse Blicke irgendwie verständlich machen. Ganz normale Wanderungen - und sei es bei Wind und Wetter - sind mir doch lieber. Allerdings vor ein paar Wochen, da haben meine Herrschaften es reichlich übertrieben. Sie meinten, am Tag des Hundes müssten sie mit mir an einer vom Deutschen Teckelclub organisierten Gruppenwanderung teilnehmen. Acht Kilometer rund um das Kloster Knechtsteden - und das mit meinen kurzen Beinchen! Anfangs habe ich noch kräftig gebellt, aber dann hing mir nur noch die Zunge heraus. Bin ja auch nicht mehr die Jüngste! Die Begeisterung meiner Artgenossen hielt sich auch in engen Grenzen, nur Herrchen und Frauchen fanden es gaaanz toll! So ein schöner Wald und so viel frische Luft! Eigentlich sollte sich an diesem Tag alles um uns Hunde drehen. Aber mich hat keiner nach meinen Wünschen gefragt. Immerhin weiß ich seit diesem Tag, dass sich viele Menschen ein Leben ohne Hund gar nicht vorstellen können. In jedem zweiten Haushalt Deutschlands lebt ein Haustier und wir Hunde belegen nach den Katzen einen zweiten Platz. Warum wir nicht die Lieblingstiere sind, kann ich überhaupt nicht verstehen, aber immerhin leben zurzeit über neun Millionen Hunde in 18 Prozent der Haushalte. Das sind rund 600.000 Hunde mehr als im Vorjahr. Das hat jetzt ein ganz schlauer Tierverband herausgefunden und dabei auch unsere Wirkung auf Kinder untersucht: Was Pädagogen und Psychologen schon lange beobachten, hat offensichtlich immer mehr Eltern überzeugt: Nämlich, dass das Zusammenleben mit Tieren sich positiv auf Kinder auswirkt, sagte der Verbandsvorsitzende. Er hat mich zwar nicht gefragt, aber trotzdem muss ich ihm Recht geben. Auch ich mag Kinder und dafür gibt es einen klaren Grund: Sie sind beim Stöckchen werfen viel ausdauernder. Mein Herrchen ist da manchmal eine richtig faule Sau. Eigentlich sollen wir Hunde Euch Zweibeiner fit halten. Das gehört zu einer harmonischen Beziehung von Mensch und Hund. Nun, ich will es nicht übertreiben. Bin ja schon froh, dass Herrchen dreimal am Tag mit mir spazieren geht, aber am Tag des Hundes sollte er wenigstens Stöckchen werfen. Und anschließend schmusen wir! Eure Martha Mathilde
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Der Kommentar Klare Kante für ein demokratisches Europa Vor 100 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Eine Epoche des Friedens und der Stabilität brach damit gleichwohl nicht an. Mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches und der alten Ordnung begannen in Deutschland erst recht unruhige Zeiten. Zugleich entstanden mit dem Zerfall der K. u. K.-Monarchie eine Reihe neuer Staaten, die Polen feierten die Wiedererlangung ihrer Unabhängigkeit. In vielen Ländern Europas schlug jetzt erst recht die Stunde der Nationalisten, in der extremsten und grausamsten Form in Deutschland. Erst nachdem der Zweite Weltkrieg - noch barbarischer und blutiger - beendet war, wuchs die Erkenntnis, dass Nationalismus ein politischer Irrweg ist. Seit über 70 Jahren leben wir in einem friedlichen Europa, aber die Diskussion über die politische Gestaltung unseres Kontinents ist noch lange nicht beendet. Welches Europa wollen wir in Zukunft? Mit welchen Mitteln ist die Europäische Union in der Lage, den wachsenden geopolitischen Herausforderungen gerecht zu werden? Wie wetterfest ist unsere Demokratie? Vor allem: Wie schützen wir die Werte Europas? Inzwischen gehört leider auch diese Frage dazu: Sind wir wieder auf einem Rückmarsch in den Nationalismus? Ein Blick nach Ungarn, Polen oder Tschechien und seit einigen Wochen auch nach Italien, wo aggressive Töne gegenüber Brüssel immer lauter werden, beängstigt. Die ursprünglich einmal gemeinsame Erkenntnis, dass Europa letztlich das Abtreten von Souveränitätsrechten bedeutet, gerät in Vergessenheit. Gewiss muss bei diesem Angleichungs- und Vertiefungsprozess das Subsidiaritätsprinzip beachtet werden. Aber hier geht es um essentielle Fragen der Gewaltenteilung und Pressefreiheit - und die sind in der EU nicht verhandelbar. Wir beobachten, dass kein europäisches Land mehr sicher sein kann vor nationalistischen Rückfällen. Von Südtirol bis Schweden sind europaskeptische oder gar europafeindliche Parteien auf dem Vormarsch. Dieser Trend wird sich bis zu den nächsten Europawahlen im Mai 2019 nicht umkehren lassen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass alle Demokraten zur Wahl gehen und damit die Handlungsfähigkeit des Europaparlaments sicherstellen. Lega, Front National, die deutsche AfD und andere werden auf Stimmenfang gehen, indem sie die europäischen Institutionen diskreditieren. Fazit: Brüssel hat Schuld! Beim Abkassieren sind die Rechtspopulisten im EP aber ganz vorne dabei, 54 Prozent der Abgeordneten der ENF-Fraktion haben laut Transparency International einträgliche Nebeneinkünfte. Zu solchen Heuchlern hält man besser Distanz. Konsequent positioniert sich deshalb der Deutsche Beamtenbund mit seinem Beschluss, keine Gespräche mit der AfD zu führen und keine Einladungen anzunehmen. Ulrich Silberbach und der gesamte DBB zeigen hier klare Kante. Schließlich steht der Öffentliche Dienst an vorderster Stelle, wenn es darum geht, die Demokratie zu verteidigen. (*Rotger Kindermann)
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