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Vortrag von Leah Rauhut - Brungs: "Jüdisches Leben in Bonn"

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Vortrag von Leah Rauhut - Brungs: "Jüdisches Leben in Bonn"

Max Herschel 1840 Bonn - 1921 Bonn - Kaufmann und Poet

In einem anschaulichen Vortrag über das jüdische Leben in Bonn, aufgezeigt an dem Leben und Wirken von Max Herschel, dem Kaufmann und Poeten, zog Leah Rauhut-Brungs ihre Zuhörer in Bann. Die nachfolgende Lebensgeschichte würzte sie mit Zitaten und Gedichten wie dem zarten Liebesgedicht an seine Frau Cilly oder der deftigen Wahrheit über das Dickerwerden im Alter: "Max Herschel stammt aus einer der ältesten Bonner jüdischen Familie. Max hat seine Kindheit und Jugend noch auf dem Gebiet des ehemaligen Ghettos verbracht. Der erfolgreiche Kaufmann, Herschel übernahm von seinem Vater einen Papierhandel, besaß eine Druckerei und ein Schreibwarengeschäft in der Bonner Innenstadt. Die Firma Herschel wurde 1935 arisiert. Max Herschel, ein engagierter Jude, war auf dem Friedhof Römerstraße für die rituelle Bestattung zuständig. Fast 50 Jahre gehörte er dem Vorstand der Synagogengemeinde an. In zahlreichen Vereinen und Organisationen, nicht nur jüdischen engagierte Herschel sich. Als Poet übersetzte er die jüdischen Gebete in die deutsche Sprache, oder die Sprüche der Väter. Dichtete neue religiöse deutsche Gebete zur Erbauung. Er verfasste aber auch das Fahnenlied der Rheno Silesia und wurde 1906 mit seinem Karnevalslied "Der Heurige, der Feurige von 1904" in der Kölner Flora von einer tausendköpfigen Menschenmenge frenetisch bejubelt. Max Herschel hinterließ unzählige Gedichte auf Mitmenschen, für Jubiläen und den rheinischen Alltag. Für Herschel bedeutete es keine Widerspruch Rheinländer und Jude zu sein."

Diese Fakten sprechen für sich und zeigen, dass das Rheinland immer vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Glaubens Heimat war, und so sollte es künftig wieder sein und bleiben.

Leah Rauhut-Brungs, jüdische Bonnerin, Publizistin, Gründungsmitglied des Vereins für die Geschichte der Juden der Rheinlande und des Kleines Jüdischen Lehrhauses, diverse Veröffentlichungen zur jüdischen Stadtgeschichte

Ort
Veröffentlicht
08. Februar 2019, 05:05
Autor
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