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Pflanzen in Maßen düngen

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Pflanzen in Maßen düngen

Workshop über Treibhausgase

Vilich-Müldorf. Treibhausgase aus meinem Garten? "Das war mir neu, dass auch unser Garten Klimagase abgibt", war Frank Exner überrascht. In leicht verständlichen Worten und farbigen Bildern erklärte Dr. Joachim Clemens vom Bürgerverein Vilich-Müldorf e.V., warum Böden das klimaschädliche Lachgas (N2O) abgeben und wie man dessen Bildung reduzieren kann. "Die Mikroorganismen im Boden bilden aus dem für Pflanzen wichtigen Stickstoff immer ein wenig Lachgas als Abfallprodukt. Werden Gärten zu viel mit Stickstoff gedüngt, dann entsteht auch viel Lachgas. Deshalb sollte man immer nur soviel Stickstoff düngen, wie die Pflanzen benötigen. Das ist gut für das Klima und auch für unser Grundwasser, denn bei einer zu hohen Stickstoffdüngung können auch die Nitratgehalte im Grundwasser steigen".

Bei einem Workshop über Treibhausgase erhielten zwölf Teilnehmer einen Einblick, wie Treibhausgasemissionen aus Böden gemessen und analysiert werden. Als praktische Übung setzten sie gemeinsam Gashauben auf drei der achtzehn Hochbeete auf dem Bunkerdachgarten in Vilich-Müldorf. Anschließend entnahmen sie dort Gasproben. Dann ging es an die Universität Bonn, wo Dr. Manfred Trimborn der Gruppe zeigte, wie die Gasproben mit Hilfe eines Gaschromatographen auf Lachgas gemessen werden. "Mit Hilfe unseres Gaschromatographen haben wir schon mehr als hunderttausend Proben gemessen. Die Ergebnisse unserer Forschung dienen dazu, Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen abzuleiten", beschrieb Dr. Trimborn seine Arbeit an der landwirtschaftlichen Fakultät. "Ich hoffe, dass es uns gelungen ist, einen wissenschaftlich komplexen Vorgang für Nichtwissenschaftler verständlich aufzuarbeiten. Auf den Punkt gebracht heißt das für Sie als Hobbygärtner: Düngen Sie Ihre Pflanzen bitte nicht nach dem Motto viel hilft viel - sondern in Maßen", schloss Dr. Clemens die LoTGar-Veranstaltung. wm

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Veröffentlicht
09. November 2018, 05:30
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