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120309.1 Kreis Plön: Verkehrssicherheitsbericht der PD Kiel 2011

(ots) - Im Kreis Plön hat die Polizei im abgelaufenen Kalenderjahr 2011 insgesamt 3535 Unfälle registriert. Das entspricht nach der Steigerung der Unfallzahlen seit 2004 einem diesjährigen Rückgang um 8,3 Prozent. Diese Zahl kommt unter anderem durch einen deutlichen Rückgang der Wildunfälle zustande. Diese betragen allerdings immer noch mehr als 40 Prozent aller registrierten Unfälle.

Die Zahl der verletzten Personen (674) stieg im Vergleich zum Vorjahr um etwa 7 Prozent an, fünf Menschen kamen 2011 im Straßenverkehr zu Tode.

5 tödliche Verkehrsunfälle (2010: 7) Fünf Personen kamen 2011 auf den Straßen im Kreis Plön ums Leben, im Vorjahr waren es sieben. Besonders tragisch war der Tod einer 18-jährigen Beifahrerin, die ertrank, nachdem die Fahrerin am Steuer einschlief und mit ihrem Fahrzeug in einen Teich in Lehmkuhlen geriet.

Am 24. Dezember verunfallte ein angetrunkener Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit im Schönberger Ortskern und erlag wenige Tage später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Ein weiterer PKW-Fahrer starb auf der Kreisstraße 43 bei Wankendorf, nachdem er gegen einen Baum geprallt war.

Je ein Motorradfahrer verunglückte auf der Bundesstraße 202 bei Selent und der Kreisstraße 50 bei Stakendorf, nachdem ihnen von PKW-Fahrern die Vorfahrt genommen wurde. 674 verletzte Personen (629)

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Verletzten um 45 Personen zugenommen, was einer Steigerung von 7,2 Prozent entspricht. Bei den 674 verletzten Verkehrsteilnehmern handelt es sich um 102 (85) Radfahrer, 64 (69) motorisierte Zweiradfahrer und 35 (23) Fußgänger, sowie 473 (452) andere Verkehrsteilnehmer (PKW-Insassen usw),.

53 LKW-Unfälle (53)

Die Gesamtzahl der LKW-Unfälle ist gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Knapp 70 Prozent der LKW-Fahrer haben die Unfälle nach polizeilichen Ermittlungen selbst verursacht. Als Hauptursachen gilt zu geringer Abstand. 2011 waren 44 (27) Verletzte Unfällen mit Beteiligung eines LKW zu beklagen.

7 Bus-Unfälle (15)

Gegenüber dem Vorjahr ging die Anzahl der Busunfälle um mehr als die Hälfte zurück. Es waren ausschließlich Linienbusse beteiligt. Wie auch in 2010 gab es bei derartigen Unfällen insgesamt acht Verletzte.

73 Unfälle motorisierter Zweiradfahrer (79)

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern um 7,6 Prozent gefallen, was dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre entspricht. Bei 52 (59) Unfällen handelt es sich um Zweiräder mit amtlichen Kennzeichen, in 21 (20) Fällen um Krafträder mit Versicherungskennzeichen. 64 (69) Kradfahrer wurden bei den Unfällen verletzt. Genau wie im Vorjahr starben zwei Motorradfahrer. Etwa mehr als die Hälfte der Unfälle wurde von den Zweiradfahrern selbst verursacht. Die Hauptunfallursachen waren nicht angepasste Geschwindigkeit und Unachtsamkeit.

104 Unfälle von Radfahrern (107)

Nach den witterungsbedingt niedrigeren Zahlen des Vorjahres hat sich die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern im Jahr 2011 gegenüber 2010 erneut um 2,8 Prozent gesenkt und befindet sich nun auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Bei 104 Unfällen verletzten sich 102 (85) Radfahrer. In 36 Fällen handelt es sich um Alleinunfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Als Hauptunfallursachen registrierte die Polizei nicht angepasste Geschwindigkeit, Fahren unter Alkoholeinfluss und die falsche Fahrbahnbenutzung.

37 Unfälle mit Fußgängern (30)

Die Zahl der Unfälle mit Fußgängern hat sich im Vorjahresvergleich um 23,3 Prozent gesteigert. Verletzt wurden hierbei 35 (23) Personen. Die Hauptunfallursache ist das falsche Verhalten beim Überqueren der Fahrbahn.

56 Unfälle mit Kindern (54)

Die Zahl der Unfälle, bei denen Kinder unter 15 Jahren beteiligt waren, ist gegenüber 2010 nahezu gleich geblieben. Gleiches gilt für die Zahl der verletzten Kinder. 51 waren es im vergangenen Jahr, im Jahr 2010 49. Den größten Anteil machen 22 (22) Kinder aus, die als Beifahrer eines PKW verunfallten. 19 (19) Kinder verletzten sich als Radfahrer und 10 (8) als Fußgänger. Hauptursachen sind hier Unachtsamkeit und falsches Verhalten beim Überqueren der Fahrbahn.

182 Unfälle mit Senioren (170)

In der Personengruppe über 65 Jahren ist es 2011 zu 182 Unfällen gekommen, was einem Anstieg von 7,1 Prozent gegenüber 2010 entspricht. 91 (104) Personen verletzten sich hierbei. 120 (113) der Unfälle haben die Senioren selbst verursacht, die meisten, 97 (94) insgesamt, als Führer eines PKW. Die Hauptunfallursachen liegen hier in der Vorfahrtmissachtung, Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot und beim fehlerhaften Abbiegen.

1437 Wildunfälle (1554)

Die Zahl der registrierten Wildunfälle ist gegenüber 2010 um 7,6 Prozent gesunken. Besondere Schwerpunkte befinden sich auf der Bundesstraße 430 in Höhe der Ortschaften Schönweide, Engelau, Kalübbe, auf der Bundesstraße 202 in Höhe Schwentinental, Wittenbergerpassau und Selent sowie auf der Bundesstraße 404 Honigsee und Löptin.

52 Unfälle unter Alkoholeinfluss (47)

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss ist im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent gestiegen. Gleichwohl handelt es sich hier um die drittniedrigste Zahl der vergangenen zehn Jahre.

216 (209) Trunkenheitsfahrten wurden 2011 von der Polizei festgestellt, in 50 (61) Fällen "pusteten" die Fahrer Werte unterhalb der 1,1 Promille-Grenze, 166 (148) Fahrer lagen darüber oder fielen durch ihre Fahrweise auf (Straftat).

5 Unfälle unter Drogeneinfluss (3)

5(3) Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss registrierten die Polizisten im Kreis Plön im vergangenen Jahr.

Insgesamt 56 (41) folgenlose Fahrten unter Drogeneinfluss zählte die Polizei in 2011, für 44 (34) Fahrer blieb es bei einer Ordnungswidrigkeit gemäß § 24a STVG, 12 (7) zeigten neben dem Konsum von Drogen Ausfallerscheinungen, so dass Strafverfahren gemäß § 315c bzw. § 316 STGB eingeleitet wurden.

574 Verkehrsunfälle mit anschließender Flucht (560)

Etwas mehr als 16 Prozent aller registrierten Verkehrsunfälle wurden 2011 als Unfallflucht aufgenommen.

Sonstige Straftaten

Im vergangenen Jahr hat die Polizei insgesamt 192 (149) Anzeigen wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis geschrieben, was einem Anstieg von 28,9 Prozent entspricht.

1011 (1164) Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz wurden festgestellt.

Geschwindigkeitsmessungen

Im Kreisgebiet hat die Polizei 2011 erneut umfangreiche Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Insgesamt 95.001 Fahrzeugführer wurden überprüft, 12.349 davon waren zu schnell. Die Beanstandungsquote von 13 Prozent liegt um 1,5 Prozentpunkte höher als die des Vorjahres. 127 (99) Fahrer mussten ihre Führerscheine abgeben.

Die Polizeidirektion Kiel ist weiterhin bestrebt, die Verkehrssicherheit mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten und nach Möglichkeit zu erhöhen. Die oberste Priorität liegt dabei in der Bekämpfung von Alkohol- und Drogendelikten im Straßenverkehr.

Dieses Handout sowie der ausführliche Verkehrssicherheitsbericht 2011 sind im Internet unter der URL

https://www.polizei.schleswig-holstein.de/internet/DE/Organisation /PDKiel/Aktuell/verkehrssicherheitsbericht.html

abrufbar.

Matthias Arends

Ort
Veröffentlicht
09. März 2012, 13:00
Autor