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Über 200.000 Euro Schaden nach 166 Unfallfluchten im September

(ots) - (cs) Die Angst vor Strafe wegen Alkoholisierung

oder Fahrens ohne Fahrerlaubnis ist ein klassisches Motiv für

Unfallfluchten. Oft sind aber auch nur finanzielle Gründe der

Auslöser.

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist keinesfalls ein

Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die nicht nur für den

einzelnen Betroffenen teuer werden kann, sondern auch die

Allgemeinheit schädigt.

166 Unfallfluchten registrierte die Polizei allein im vergangenen

Monat. Obwohl kleinere Parkunfälle den größten Teil ausmachen, liegt

die Gesamtschadenssumme bei fast 220.000 Euro.

Unfallfluchten im fließenden Verkehr werden zum größten Teil

aufgeklärt, da es aufgrund von Zeugenaussagen meistens gute

Ermittlungsansätze gibt. So gelang es beispielsweise den Verursacher

des "Rammunfalls" auf der Lageschen Straße vom 5.9. nach dem

entscheidenen Hinweis einer Zeugin zu ermitteln. Insbesondere wenn

Personen verletzt werden, ist die Aussagebereitschaft von

Unbeteiligten hoch.

Aber auch bei weniger spektakulären Unfällen ist die Polizei oft auf

Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Darum sollte jede

entsprechende Beobachtung gemeldet werden. Mit Wegsehen und

Gleichgültigkeit begünstigt man Straftäter. Wenn das eigene Auto von

einem Unfallflüchtigen beschädigt wird, würde man sich schließlich

auch wünschen, dass mögliche Zeugen ihre Beobachtungen weitergeben.

Denn der Sachschaden, der an einem zurückgelassenen Fahrzeug

entsteht, kann sich selbst bei kleineren Unfällen schnell auf einige

hundert Euro belaufen. Sofern der Verursacher des Unfalls nicht

ausfindig gemacht werden kann, bleibt der Geschädigte auf diesen

Kosten sitzen.

In folgenden Fällen bitten die Unfallflucht-Ermittler um Hinweise

unter Telefon 0521/5450:

4.10., 5.30 bis 14 Uhr, Breipohls Hof:

Auf dem Parkplatz des Netto-Marktes beschädigt ein unbekannter Fahrer

einen schwarzen Skoda Fabia.

3.10., 14.35 Uhr, Meller Straße:

Auf dem Parkplatz der Diskothek Forum wird ein grauer VW Polo

beschädigt. Zurückgebliebene Fahrzeugteile des verursachenden

Fahrzeugs lassen auf einen Renault Twingo schließen.

3.10., Voltmannstraße 230:

Ein unbekannter Fahrer fährt in einen Jägerzaun. Er steigt zunächst

aus, diskutiert lautstark mit einem Mitfahrer und flüchtet

schließlich.

2.10., 17.45 Uhr, Cheruskerstraße 3:

Ein Unbekannter beschädigt einen schwarzen Opel Astra und flüchtet.

1.10. bis 2.10., Jöllenbecker Straße 171:

Ein silberner Audi wird vermutlich beim Ein- oder Ausparken

beschädigt.

1.10., 9.45 bis 10.30 Uhr, Elbeallee 35:

Vor einer Eisdiele an der Elbeallee beschädigt ein unbekannter Fahrer

einen grauen Opel Insignia.

30.9., 10 Uhr, Kesselbrink:

Ein auf dem Taxenhalteplatz parkendes Taxi wird von einem Autofahrer

beschädigt. Eine unbekannte Zeugin macht einen Taxifahrer darauf

aufmerksam. Dieser notiert aber weder die Personalien der Zeugin noch

Informationen zu dem Verursacher.

27.9., 21.40 Uhr, Eckendorfer Straße:

An der Kreuzung EckendorferStraße/Altenhagener Straße gerät ein

Pkw-Fahrer beim Abbiegen so weit von seinem Fahrstreifen nach links,

dass ein gleichzeitig auf dem benachbarten Fahrstreifen abbiegender

Renault-Fahrer ausweichen muss, auf die Mittelinsel gerät und mit

einem Verkehrszeichen kollidiert.

24.9., 8 bis 15.30 Uhr, Bernhard-Mosberg-Straße 1:

Ein roter Dacia Sandero, der halbseitig auf dem Gehweg steht, wird in

der engen Straße - vermutlich von einem Vorbeifahrenden - erheblich

beschädigt.

Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort kann mit einer Freiheitsstrafe

von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden. Außerdem

muss der Beschuldigte auch mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

Nach einem Unfall müssen alle Unfallbeteiligten die Möglichkeit

haben, die zur Wahrung ihrer Rechte notwendigen Feststellungen zu

treffen. Erst wenn man das ermöglicht hat, darf man sich entfernen.

Wenn der Geschädigte nicht vor Ort ist, reicht es entgegen der leider

immer noch verbreiteten Auffassung, nicht, einen Zettel mit Namen und

Telefonnummer an der Windschutzscheibe zu hinterlassen.

Unfallbeteiligte müssen in jedem Fall eine angemessene Zeit an der

Unfallstelle warten.

Diese Wartezeit variiert je nach Schwere des Unfalls und der

Tageszeit zwischen 30 und 60 Minuten. Wer nach erfolglosem Warten die

Unfallstelle verlässt, ist verpflichtet sich bei der Polizei zu

melden und den Unfall anzuzeigen.

Ort
Veröffentlicht
06. Oktober 2010, 11:45