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Nachbericht zum Schützenfest in Niedersfeld Viele letzte Male und der "kürzeste König aller Zeiten" Drei Tage stand der erste Ort an der Ruhr im Zeichen des Schützenfestes. Die Niedersfelder feierten ein letztes Mal am dritten Juliwochenende ihr Hochfest und begannen traditionell am Samstagnachmittag mit den Ständchen. Bereits ab vier Uhr schallten die ersten festlichen Klänge der Briloner Blasmusik durch den Ort. Als nächster Punkt stand eigentlich der Marsch zur Pfarrkirche auf dem Programm, doch wie so oft in Niedersfeld hatte unser Wettergott etwas dagegen. So spurteten die angetretenen Schützenbrüder im Sauseschritt durch den strömenden Regen zum Schützenhochamt. Hier ließ Pfarrer Norbert Lipinski jedoch durch seine gewohnt sympathische Art und Weise, schnell denn Groll über den Regen verschwinden. Zurück in der Schützenhalle bemerkte man am Samstagabend sofort, dass die Briloner Musikanten bei Ihrem letzten Engagement in Niedersfeld nochmal alles geben wollten! So wurde in der festlich geschmückten Halle, bis in die frühen Morgenstunden gesungen, getanzt und vielegelacht! Am zweiten Festtag wurde es dann für den amtierenden Regenten mit der Frau an seiner Seite ernst. Denn der Festzug am Nachmittag stand ganz im Zeichen von Königspaar Patrick Geilen und Violetta Kaula, die gemeinsam mit ihrem Hofstaat abgeholt wurden. Mit dabei waren auch das Jungschützenkönigspaar Marvin Isken und Leandra Langer sowie das Kinderschützenkönigspaar Max Mantel und Meike Doetkotte. Des Weiteren ließen es sich das 40-Jahre Jubelpaar Klaus und Heidi Steinrücken, sowie das 25-Jahre-Jubelpaar Ulrich und Andrea Kretzer nicht nehmen, dem Festzug beizuwohnen. Am Ehrenmal hielt der Zug inne und Stefan Geilen, Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr und selbst Niedersfelder, hielt den vielen Anwesenden vor Augen, warum die Erinnerung an Krieg und Gewalt auch nach so einer langen Zeit, nach den Weltkriegen aufrechterhalten bleiben muss. Seine Rede, ging vermutlich jedem Festzugsteilnehmer und Beobachter unter die Haut und regte zum Nachdenken an. Nach dem Einmarsch in die Schützenhalle wurden die beiden Jubelkönigspaare (25 und 40 Jahre) zu Ihrem Erfolg gratuliert und geehrt und auch verdiente Mitglieder der Bruderschaft wurden anschließend auf den Tanzboden gebeten, um Ihre Ehrenorden entgegen zu nehmen. Kaum hatten die vielen Jubilare Ihre Plätze wieder eingenommen, füllte sich der Tanzboden der Niedersfelder Schützenhalle erneut. Der Königstanz stand auf dem Programm und wurde von dem Königspaar samt Gefolge erfolgreich gemeistert. Es folgte ein Programmpunkt aus dem Lager der Briloner Musikanten. Diese haben unser Fest nach immerhin 37 Jahre das letzte Mal besucht. Somit wurde die Stimmung an diesem Punkt etwas gedämpfter. Sie ließen es sich jedoch nicht nehmen, mit Karl-Heinz Isken den Mann zu ehren, welcher Ihr Orchester damals zu den Niedersfelder Schützen geführt hat und damit verbunden eine großartige jahrelange Freundschaft erschaffen hat. In Folge dessen, wurde Karl-Heinz Isken mit der silbernen Ehrennadel des Blasorchesters geehrt(höchstmögliche Auszeichnung für passive Mitglieder). Natürlich war nach dem offiziellen Teil noch lange nicht Schluss. Ausgelassen und fröhlich feierte und tanzte das Schützenvolk, was nicht zuletzt der guten Unterhaltung durch die Bigband des Blasorchesters Brilon zu verdanken war. Manch einer mag jedoch am zweiten Tag des Hochfests, den Heimweg etwas eher angetreten haben. Denn mit einem Auge schielte man bereits auf den folgenden Montag. Dieser stand traditionell, allerdings auch zum letzten Mal auf diesem Termin, im Zeichen des Vogelschießens. Eben dieses Vogelschießen, wird dem Niedersfelder Schützenvolk und den zahlreichen weiteren Anwesenden wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Furios ging es bereits mit den Ehrenschüssen los. Denn hierbei sicherte sich Brudermeister Heiner Schleimer prompt das Zepter und auch die scheidende Königin Violetta Kaula bewies, dass auch sie mit dem Gewehr umgehen kann. Sie jagte dem hölzernen Aar flux den Apfel ab. Im weiteren Verlauf bildete sich eine Gemeinschaft von insgesamt neun Schützenbrüdern, welche die Büchsen knallen ließen. So kam es, dass Andreas Mantel kurze Zeit später den Kopf des Vogels ins Visier nahm und dieses samt Krone aus dem Kasten schoss. "In die Zeitung werde ich es wohl auch schaffen", dachte sich vermutlich Matthias Tuss. Mit dem Abschuss des linken Flügels erledigte er ohne Probleme diese Etappenziel. Doch nun wurde es langsam ernst unter der Vogelstange im legendären "Stein". Immer mehr Späne flogen aus dem Kasten, weshalb es nur eine Frage der Zeit war bis auch der letzte Rest des Vogels zu Boden ging. Als schließlich Christoph Tuss nach einem erfolgreichen Schuss nur noch einen kläglich Rest an der Stange übrig ließ, waren sich alle Mitbewerber schnell einig, dass er es sich nun auch verdient hatte seine Leistung zu krönen. Gesagt, getan hat Christoph sich nicht lange bitten lassen und machte kurzen Prozess. Bei der anschließenden Proklamation nahm er sich seine Freundin und Major's Tochter Laura Mantel zur Königin. An der Feierstätte im Stein war natürlich noch lange nicht Ende, bis man sich allmählich auf den Festzug am Abend vorbereiten musste. Hier präsentierte sich das neue Königspaar voller Stolz dem Volk und hatte offenbar einen Hofstaat im "Schlepptau", welches zum Feiern aufgelegt war. Es wurde am Montag noch einmal die Nacht zum Tag gemacht. Gerade deshalb kann die Bruderschaft wieder auf ein erfolgreiches Schützenfest 2019 zurückblicken. Als "kürzester Schützenkönig" kann sich Christoph Tuss übrigens nennen, da er durch die Terminverlegung des Schützenfestes ab 2020 auf Fronleicham der wohl am kürzesten amtierende König in der Geschichte sein wird. Aber wie heißt es so schön, in der Kürze liegt die Würze. In Niedersfeld freut man sich deshalb auf ein tolles "Jahr" mit Christoph und Laura. Weitere Infos und Fotos unter
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