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Gefährliche Müdigkeit auf der Autobahn

(ots) - 141012 PDNMS - Gefährliche Müdigkeit auf der Autobahn

BAB 7, Krs. Rendsburg-Eckernförde/Bad Segeberg

Neben einer Reihe von Auffahrunfällen, deren Ursache bei zu geringem Abstand und zu hoher Geschwindigkeit lag, kam es am Samstag/Sonntag auf der BAB 7 zu drei Unfällen, bei denen die Unfallursache äußerst bedenklich ist, nämlich Einschlafen. Es begann am 11.10.14 um 06,10 Uhr, als ein 59 jähriger Fahrer aus Dänemark kurz vor der Anschlussstelle Bad Bramstedt, Rtg. Hamburg seine 48 jährige Frau und seine 11 jährige Tochter in höchste Gefahr brachte, da er bei einer Geschwindigkeit von ca. 120 Km/h einschlief und nach rechts von der Fahrbahn abkam. Nun pflügte er ca. 65 m durch das dortige Gebüsch, bis der Wagen zum Stillstand kam. Zum Glück wurde niemand verletzt, der nicht mehr ganz junge VW Passat ist nun Schrott und musste abgeschleppt werden. Gesamtschaden ca. 6000,-EUR. Das Verkehrsgeschehen wurde durch diesen Unfall nicht beeinträchtigt, da die Fahrspuren frei blieben.

Am 11.10.14 um 15,46 Uhr ging es weiter, diesmal kurz vor dem Bordesholmer Dreieck in Rtg. Flensburg. Eine 56 jährige Berlinerin fuhr mit ca. 110 Km/h auf dem rechten Fahrstreifen. Sie kam einem mit 80 Km/h vor ihr fahrenden Pkw mit Anhänger so nahe, dass dieser auf den mittleren Fahrstreifen flüchtete, da er einen Auffahrunfall befürchtete. Die Autobahn macht hier eine leichte Linkskurve, die Berlinerin fuhr aber geradeaus, weil sie eingeschlafen war. Der Pkw, ein Skoda Roomster, geriet hinter die Außenschutzplanke und überschlug sich dort. Die Berlinerin und ihr 64 jähriger Beifahrer gerieten dadurch in Lebensgefahr. Sie erschienen bei der Unfallaufnahme zwar unverletzt, wurden aber trotzdem vorsorglich in das Krankenhaus nach Neumünster gebracht, wo sie nach eingehender Untersuchung unverletzt entlassen wurden. Der Skoda hat nur noch Schrottwert, der Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 10.000,-EUR. Auch hier wurde das Verkehrsgeschehen nicht beeinträchtigt, da die Fahrstreifen frei blieben.

Diese traurige Serie findet am 12.10.14 um 07,36 ihren Abschluss. Eine 27-jährige Frau aus Tarp war mit ihrem Alfa Romeo auf dem nach Hause Weg von ihrem Urlaubsort Gütersloh. Da sie müde war, machte sie eine Pause auf dem Rastplatz Brokenlande. Diese Pause reichte offensichtlich nicht aus, denn kurz vor dem Autobahnkreuz Rendsburg fuhr sie mit wesentlich höherer Geschwindigkeit auf einen mit 80 Km/h vor ihr fahrenden Chevrolet auf. Die Fahrzeuge wurden total beschädigt und blockierten sowohl den rechten als auch den linken Fahrstreifen, der zu dieser Zeit noch geringe Verkehr wurde über den Standstreifen an der Unfallstelle vorbeigeleitet, zu größeren Behinderungen kam es nicht. Fazit dieses Unfalles ist, dass zwei Fahrerinnen mit leichten Verletzungen in das Krankenhaus in Rendsburg eingeliefert wurden, der Gesamtschaden beläuft sich hier auf ca. 20.000,-EUR, die Teilsperrung der BAB 7 dauerte ca. 90 Minuten.

In allen drei Fällen wurden die Führerscheine der FahrerInnen von der Autobahnpolizei einbehalten. Die Fahrzeugführer bekamen alle eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs. Sie müssen mit einer empfindlichen Geldstrafe in ungefährer Höhe eines Monatsgehaltes rechnen und die Fahrerlaubnis wird üblicherweise für ca. ein Jahr entzogen, hierüber entscheidet aber natürlich in jedem Einzelfall ein Richter.

Es sollten also nicht nur die Lkw-Fahrer regelmäßig Pausen und Ruhezeiten einlegen, da ist es ja sogar gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch die AutofahrerInnen sollten ihre Fahrtüchtigkeit immer im Auge behalten und dafür Sorge tragen, dass sie sich selbst und auch andere nicht durch gefährliche Müdigkeit in Gefahr bringen.

Michael Mihlan

Ort
Veröffentlicht
12. Oktober 2014, 14:47