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(ots) - Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten im Kreis Steinburg ist im Jahr 2015 erfreulicherweise erneut gesunken. Im Vergleich zu 2014 erfolgte ein Rückgang um 5,4 Prozent, während im Landesdurchschnitt eine Zunahme von 0,1 Prozent zu verzeichnen ist. Jede zweite Tat konnte aufgeklärt werden. Der Kreis rangiert in der Betrachtung der regionalen Verteilung innerhalb Schleswig-Holsteins mit 5.667 bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner im Mittelfeld. Mit den Zahlen zeigte sich der stellvertretende Behördenleiter Kai Szimmuck überaus zufrieden und lobte insbesondere die nahezu beständig gebliebene Aufklärungsquote von 50,1 Prozent (2014: 50,7 Prozent). Gerade vor dem Hintergrund der organisatorischen Veränderungen innerhalb der Behörde sei dies sehr erfreulich. Herr Szimmuck wies jedoch darauf hin, dass die gesunkenen Fallzahlen nicht automatisch eine Arbeitsreduzierung für die Polizei im Kreis Steinburg bedeuten. Denn außerhalb des täglichen Reaktionsdienstes leisteten die Beamten im vergangenen Jahr zahlreiche Einsatzstunden bei der Bewältigung aller im Zusammenhang mit der Flüchtlingslage stehenden Aufgaben, bei Unterstützungseinsätzen in anderen Bundesländern, im Rahmen des Konzeptes gegen Wohnungseinbruch, aber auch bei planbaren Events wie dem Wacken Open Air und dem Marner Karneval. Des Weiteren steigen die Anforderungen an die Sachbearbeitung der Kriminal- und Schutzpolizei stetig mit immer komplexer und spezieller werdenden Ermittlungsverfahren und mit zunehmenden Ansprüchen der Gerichte an die Beweisführung. Diebstahlsdelikte machen erneut den größten Anteil an den bekannt gewordenen Straftaten aus. Sie umfassen mit 43,6 Prozent knapp die Hälfte der registrierten Fälle. Mit 3214 Fällen gibt es im Vergleich zu 2014 einen abermaligen Rückgang (um 266 Fälle). Dabei sind nicht nur die Zahlen im Bereich des schweren und des einfachen Diebstahls zurückgegangen, sondern ebenfalls bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen (um 26,8 Prozent von 380 auf 278 Fälle). Die Zahl der Ladendiebstähle liegt bei 385 und damit deutlich über dem Niveau von 2014 (283). Die Fahrraddiebstähle sind von 555 in 2014 auf 449 in 2015 gesunken. Im Bereich der Rohheitsdelikte werden mit 1.002 Fällen 28 weniger als 2014 notiert. Die Anzahl der Raubtaten sank um 13 Fälle auf insgesamt 57, 22 Mal handelte es sich um Straßenraub. 726 Körperverletzungen gelangten der Polizei zur Kenntnis, 32 weniger als im vergangenen Jahr. Mit 86,3 Prozent bleibt die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten beständig hoch. Ein Minus erfolgte auch im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 125 Taten auf 1.134. Den Hauptanteil daran hat der Betrug (834). Bei 315 Betrugshandlungen(37,8 Prozent) wurde das Internet als Tatmittel genutzt, was sicherlich eine Prognose für die Zukunft zulässt. Nicht erfasst werden die Taten, die mittels Internet oder telefonisch aus dem Ausland heraus begangen werden. Im Bereich des Betrugs waren die häufigsten Fälle das Bestellen von Ware ohne Zahlungsabsicht oder -fähigkeit (Warenkreditbetrug), wobei die Täter zu 86,1 Prozent ermittelt werden konnten. 2015 wurden 2.771 Tatverdächtige ermittelt, 632 (22,8 Prozent) davon waren weiblich, 2.139 (77,2 Prozent) männlich und 628 (22,6 Prozent) waren jünger als 21 Jahre. 14,4 Prozent der Tatverdächtigen standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss, beim Widerstand gegen Polizeibeamte waren es 53,8 Prozent (13 Fälle 2015, 22 Fälle 2014), 16,2 Prozent waren Nichtdeutsche (2014: 11,7 Prozent). Neben dem Einbruchdiebstahl aus Wohnungen, so Kai Szimmuck, wird die Bekämpfung der Jugendkriminalität ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung bleiben. Dass knapp ein Viertel der Straftaten von jungen Menschen begangen wird, zeigt umso mehr das Erfordernis, eine Ermittlungsgruppe Jugend bei der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe vorzuhalten. Um rund 35 Personen, die als jugendliche Intensivtäter gelten, kümmern sich die Beamten hier gesondert, um eine schnelle und abgestimmte Reaktion von Justiz, Polizei und Jugendhilfe zu ermöglichen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 ist ab sofort als Gesamtwerk im Internet abrufbar. http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LPA/Organisati on/_documents/polizeidirektionen/polizeidirektionen.html#doc1900212bo dyText4 Merle Neufeld
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