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3. Doppelkonzert der Reihe "fridhill & friends"

Gemeinsames Konzert von Pia Fridhill und Jupp Götz

(ar) Ab dem dritten Mal beginnt eine Tradition, sagt man. Am Samstag, dem 19. März war es soweit für die "fridhill & friends"- Doppelkonzerte, die seit letztem Jahr jeweils im Holzkompetenzzentrum in Nettersheim drei- bis viermal im Jahr stattfinden sollen. Den Gast, den Pia Fridhill diesmal eingeladen hatte, stellte sie mit den Worten vor: „Er ist einer, der Musik atmet". Und Jupp Götz, wohnhaft in Duisburg, legte sich dann auch mächtig ins Zeug, um diesem Lob gerecht zu werden. Seine Stimme erinnert in den oberen Stimmlagen an Phil Collins, nur dass Goetz im Gegensatz zu diesem Weltstar auch über eine sonore Baritonlage verfügt. Beide eignen sich ausgezeichnet, um die oft melancholischen Eigenkompositionen vorzutragen, deren Spannweite von Blues über Launch bis zu Jazz reichen und für die gekonnten Scat-Einlagen. Ein wenig kokettiert der Künstler damit, dass er „Musik eigentlich nur für sich macht" und insbesondere die Texte oft eine Art Selbsttherapie sind. Das verzeiht man ihm aber sofort, schon allein wegen der virtuosen Handhabung seines Instruments, der Gitarre. Gleich drei davon hatte er mitgebracht, für jede Stimmung eine andere. Und so durfte sich das Publikum eben auch an dem ein oder anderen flotten Bossanova erfreuen. Einen besonderen Höhepunkt erreichte die Performance als sich Götz bei seinem Stück „Lullaby" von Shakya Matthias Grahe, dem Cellisten des Fridhill-Quartetts, begleiten ließ. Nur kurz hatten die beiden Musiker im Hause Fridhill zusammengesessen, um die Idee von Jupp Götz umzusetzen. Aber wie bei Profi-Musikern dieser Klasse nicht anders zu erwarten, brauchte es nicht viel Einübungszeit, um ein außergewöhnliches Zusammenspiel zu Gehör zu bringen. Viel Applaus war der verdiente Lohn für Jupp Götz, der im zweiten Teil des Abends auch noch seine Fähigkeiten als Cajon-Spieler mit dem Fridhill-Ensemble unter Beweis stellen durfte. Nach einer kurzen Pause ergriff dann Pia Fridhill selber das Mikrofon und sofort hatte sie den brechend vollen Saal auf ihrer Seite. Ein paar bereits bekannte Stücke wie etwa die wunderschöne Ballade „Dive" oder das leidenschaftliche „These are the people I come from" gab es vorneweg. Dann aber wechselte sie zu Stücken des neuen Albums „Four", das neben dem von ihr kreierten Elch-Pop auch Funk und Soul zu bieten hat. Besonders bei „Soul cooking" hielt es die energiegeladene Entertainerin nicht mehr auf ihrem Hocker. Und ja, da war sogar Soul in der Stimme der Sängerin! Mitverantwortlich für den stimmigen Sound zeichnen auch Ehepartner Jens Hoffmann an der Gitarre und Stefan Michalke am Piano. In einem weiteren neuen Stück teilt die „nebenberufliche" Feldenkrais-Lehrerin ihre Leidenschaft für Bewegung. „Freedom Feet" heißt es und brachte Bewegung bis in die Füße des begeisterten Publikums. Der in jeden Wortsinn bewegende Abend endete nach leider nur einer Zugabe.

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08. April 2016, 00:00
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