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Mich hätten Sie mal lesen soll`n!

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Mich hätten Sie mal lesen soll`n!

Lyrik, Swing und Klassik

Ein Friederike Kempner Nachmittag am Sonntag, 1. Dezember, 15 Uhr Finissage mit Konzert.

Am 1. Dezember 2019 endet die Sonderausstellung "IM FLUSS DER ZEIT. Jüdisches Leben an der Oder" im HAUS SCHLESIEN.

Zur Finissage laden wir die Besucher noch einmal in die Ausstellung ein, die an diesem Nachmittag die Bühne für die schlesisch-jüdische Dichterin Friederike Kempner (1828-1904) und das Parnass-Ensemble aus Trier sein soll.

Friederike Kempner - jüdische Gutsherrentochter aus Namslau in Schlesien, geschmäht und vielgescholten, von großen Autoren ihrer Zeit bekämpft, von Verlagen unter den Tisch gekehrt und verachtet, sie, die wunderbare Friederike, sie, die - keiner weiß, wie - eine Millionenauflage ihrer Gedichtbände erreicht, die der literarische Feinschmecker bis heute heimlich im Nachttisch versteckt: Sie, die Meisterin der unfreiwilligen Komik - der schlesische Schwan, der Heinz Erhardt des 19. Jahrhunderts oder - darf man sagen: Die Foster - Jenkins der Literatur, erfreut bis heute den Leser, erheitert die Gemüter - und ist aktueller denn je.

Dabei fand sie selbst es nicht lustig, dass man über sie lacht, weil, ihr war es ernst, mit allem, was sie schrieb. Und sie hat Recht behalten, nicht zuletzt in ihrer Menschlichkeit und ihrer Kritik am Mangel derselben. Friederike Kempners hinreißendes Selbstvertrauen entwaffnet jeden, selbst wenn er zum Lachen in den Keller geht. Oder an einem Abend wie heute, wo sie für uns aufersteht. Ihr größter Widersacher - Alfred Kerr, ruhmreicher Theaterkritiker und Journalist, der sich, ganz offenbar, ihrer schämte, Neffe hin, Neffe her, hieß ursprünglich -Alfred Kempner- und ließ sich immerhin umbenennen. Warum? Weil kein geringerer als Berthold Brecht den großen Kerr ob seiner Verwandtschaft zu vernichten suchte. Ha - Wenn das kein Anlass ist, dieser Feindschaft nachzugehen, was dann?! Dazu Musik, natürlich erfrischend, ernst, heiter bis komisch … das wäre ja gelacht!!!

Das Parnass-Ensemble verzaubert das Publikum von heute, schenkt den Besuchern berührende, erheiternde, skurrile und überraschende Momente der Freude, des Mitfühlens und der Sinnenlust in Wort und Musik und vereint in Konzerten, Lesungen und Theaterabenden all die Schätze des kulturellen Erbes, welches uns gehört, sobald wir es mit unseren Sinnen erhaschen.

Claudia Dylla, Text und Gesang

Stefan Reil, Akkordeon

Angela Simons, Violoncello

**Eintritt inklusive eines Glas Weins: 14,- Euro, Schüler und Studenten 9,- Euro, Mitglieder Verein HAUS SCHLESIEN 9,- Euro.

Ort
Veröffentlicht
29. November 2019, 04:48
Autor
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