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Ein kulturhistorisch-satirischer Streifzug

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Ein kabarettistischer Abend mit Rainer Pause und Martin Stankowski in der Pfarrkirche St. Joseph

(ik) Thomasberg. Der "Tod im Rheinland" stand im Mittelpunkt eines Streifzuges durch 2000 Jahre Bestattungskultur im Rheinland. Keiner geht mehr in die Kirche, aber alle müssen sterben. Einerseits gibt es keine Heldengräber in Bonn, Köln oder Aachen, aber andererseits ist das Rheinland die knochenintensivste Region Nordwesteuropas. Ob Ursula und Gereon in Köln, Cassius in Bonn oder Donatus in Münstereifel: Es wimmelt von Heiligen und ihren sterblichen Überresten, den Knochen, die als Reliquien heftig begehrt und lebhaft verehrt werden. Die Rheinländer sind mit ihnen auf Du und Du. Aber ist deshalb auch der Umgang mit Tod und Sterben anders? Ist es gar vergnüglicher, leichter? Oder kommt es am Ende doch wieder auf dasselbe heraus: Wir haben Angst und tun uns schwer mit dem Abschied? Nützt der Umgang mit den alten Klamotten heute überhaupt noch etwas? Wer ist heute zuständig für diese Themen? Die Kirche, der Glaube? Oder das Kabarett und der ADAC? Diesen und anderen Fragen widmeten sich der Stadthistoriker Martin Stankowski und der Kabarettist Rainer Pause: Kulturgeschichte mit schwarzem Humor. Das Thema aber sicherlich auch die Vortragenden hatten zahlreiche Besucher neugierig gemacht, die das Gotteshaus in Thomansberg nahezu bis auf den letzten Platz füllten. "Wenn Jesus im Rheinland gestorben wäre, er wäre sicherlich vorher auf den Ölberg gegangen oder zur Speisung auf den Petersberg", so sind sich die Kabarettisten einig, "Eins steht jedoch fest, er wäre niemals von einem Rheinländer gekreuzigt worden, doch dann würde es auch keinen Karfreitag geben... und auch keinen Rosenmontag!" Kurze Bedenkpause. " Also dann ist es doch besser, dass er gekreuzigt worden ist". Auf einer mit Särgen dekorierten Bühne inmitten der Chorraums der Kirche wurde über Helden gesprochen, die der Rheinischen Mentalität entsprachen, die Feststellung getroffen, das wir stets ungern Kriege geführt, da es ja auch Tote geben könnte, das es Heilige vielleicht gar nicht gegeben hat, aber sie stets geholfen haben, hingegen es Versicherungen gibt, aber sie helfen nicht. Ein Vielzahl von aberwitzigen, dennoch tiefgründigen Anekdoten, waren, zu hören, wobei die Knochen immer wieder in den Mittelpunkt traten. "Tod im Rheinland" - eine bunte Knochenlese, wobei die prominentesten Knochen die der Heiligen Drei Könige im Dom zu Köln sein mussten, da die Knochen von Jesus ja in den Himmel aufgefahren waren und selbst ein Rheinländer da nicht mehr dran kommt. 2000 Jahre Siedlungsgeschichte - Rainer Pause und Martin Stankowski hatten es verstanden diese Jahre ebenso heiter wie informativ aufzuarbeiten. Das Kabarett im Rahmen der Thementage rund um Tod und Bestattung hat trotz so mancher spitzen Bemerkung bei den Zuhörern großen Anklang gefunden.

Särge und Knochen spielten bei dem kabarettistischen Abend in der Kirche St. Joesph eine große Rolle

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Veröffentlicht
12. November 2016, 00:00
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