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DLRG Oberpleis - Wachdienst mit Neptuns Segen

DLRG Oberpleis - Wachdienst mit Neptuns Segen

Auch in diesem Jahr hat die DLRG Ortgruppe Oberpleis wieder eine Mannschaft zur Unterstützung der Rettungskräfte an die Ostseeküste geschickt. Vom 29.07.-12.08.2018 war Wachleiter Michael Oberbeckmann mit einem Team aus 11 zum Teil schon erfahrenen, zum Teil aber noch jungen Rettungsschwimmern am Ostseestrand Hasselberg im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Bei grandiosem Wetter mit herrlichem Sonnenschein, leichtem Wind, durchschnittlich ungewöhnlichen 20-24 Grad Wassertemperatur und teilweise tollen Wellen war der 7 km lange Standabschnitt immer gut besucht. Die Oberpleiser Rettungsschwimmer hatten täglich von 9-18 Uhr 5 Wachtürme zu besetzen, zwei Bootsbesatzungen mussten einsatzbereit sein und die Hauptwache als Funkleitstelle fungieren. Größere Einsätze gab es glücklicherweise nicht. Die DLRGler haben ein paar vermisste Kinder "eingesammelt", ein unterkühltes Kind von einer Badeplattform geholt - hier soll auch mal erwähnt sein, dass sich die Freunde des 6-jährigen Jungen vorbildlich verhalten haben und die Rettungskräfte durch lautes Rufen und wilde Handzeichen auf sich aufmerksam gemacht haben, so dass diese schnell reagieren konnten; ein orientierungsloser, dehydrierter älterer Mann konnte glücklich wieder zu seiner Frau nach Hause gebracht werden und eine ältere Frau war auf dem Dünenweg schwer vom Fahrrad gestürzt. Mit dem Verdacht auf Beckenbruch hat die Mannschaft der DLRG die Frau dann bis zum Eintreffen des Rettungswagens betreut. Ansonsten gab es jede Menge Wespenstiche und ein paar Feuerquallenkontakte sowie kleinere Schnittwunden zu versorgen. "Alles im grünen Bereich", so Ausbildungsleiter Thomas Stephan, "alle sind froh, wenn der Tag ohne böse Zwischenfälle zu Ende geht und die Urlauber eine entspannte, sorglose Zeit verbringen können! Besorgniserregend war in diesem Jahr allerdings tatsächlich die handybedingte Unachtsamkeit vieler Eltern. Auch wenn der Stand bewacht ist, können wir unsere Augen natürlich nicht überall gleichzeitig haben. Diese unbedarfte Sorglosigkeit kann unter Umständen böse enden, aber das ist nochmal ein großes Thema für sich."

Natürlich brauchen die Rettungskräfte neben einer guten Ausbildung und viel Übung auch dringend Neptuns Segen, so dass auch in diesem Jahr die Neulinge in der Mannschaft (aber auch ein paar Drückeberger vom letzten Jahr ) die s.g. Neptunstaufe über sich ergehen lassen mussten. Der Meeresgott (Wachleiter Michael Oberbeckmann ist hier seeeehr überzeugend!) machte es den Täuflingen allerdings nicht einfach. Am Morgen mussten diese am teilweise steinigen Stand im Schweiße ihres Angesichts ihr eigenes "Grab" schaufeln, Hier wurden sie dann am Abend von Ihren Taufpaten mit allerlei Scheußlichkeiten gefüttert. Vorher galt es jedoch noch die Festrede des Neptun im Meer zu finden. Die Täuflinge mussten verschiedene Bojen abschwimmen, dort in den "Untiefen" hatten die Helfer des noch unwirsch gestimmten Gottes das Papier in einer mit Steinen beschwerten Kiste versteckt. Bei heftigem Wellengang und schlechter Sicht kein ganz einfaches Unterfangen. Doch einmal seine Rede in der Hand, gab sich Neptun gleich etwas friedlicher gestimmt und lud seine Schützlinge zu einem "Festmahl" in ihre Gräber ein. Das Menü wurde mit einem Schnaps aus kaltem Fischsud, gemixt mit Senf und Zwiebeln eingeläutet, danach gab es staubtrockenes Toast mit einer widerlich anmutenden blutroten scharfen Soße, mit schwarzem "was auch immer" (Lakritzbären), ausgarniert mit Rosinen. Als Zwischengericht wurden Doppelkekse gefüllt mit Schokolade, Ketchup und Cayennepfeffer gereicht, hübsch dekoriert mit Kapern, Rosinen und Minibaisers. Gleich darauf schoben die Taufpaten ihren Schützlingen in Essig eingelegte Gummiwürmer und Sardellen in den Mund und wer dann noch nicht wieder alles ausgespuckt hatte, bekam zur "Belohnung" einen scharfen Schoko(?)-Pudding, auch hier erfreuten wieder reichlich Kapern und Rosinen den geschundenen Gaumen. Von den mit was auch immer gefüllten "Erfrischungsstäbchen" soll keine Rede sein und nach dem dankbar in Empfang genommenen "Bier" (was um Himmels Willen war das???) hielt sich die Dankbarkeit dann doch in Grenzen. Zwischenzeitlich gab es noch eine wenig zaghafte Schrubbermassage mit Senf- und Fischsoße, zudem hatten die Taufpaten großen Spaß daran, alles Ausgespuckte auf dem Rücken der Zöglinge zu verteilen. Prost - Mahlzeit! Neptun jedoch war besänftigt und ließ es sich nicht nehmen die Täuflinge vor seiner Rede noch mit dem Kopf in einen Bottich aus schlammigem Wasser tauchen zu lassen und dort Rollmöpse mit dem Mund herauszufischen. Was tut man nicht alles für Neptuns Segen! Letztendlich erhielt dann auch jeder der inzwischen durchgefrorenen und blassen Gestalten noch einen würdigen Namen. "Hormongesteuerter Jungaal", "sächselnder Funktümmler" oder "alterslose Deichente", nicht zu vergessen der "beschwipste Seestern, um hier nur einige zu nennen, und wurde ins Meer entlassen. Halleluja! - Die Taufe ist gefürchtet, aber letztendlich hat es allen riesigen Spaß gemacht. Der Spaß kam neben den vielen Einsatzstunden natürlich auch sonst nicht zu kurz. Vor dem immer leckeren Frühstück wurde schon gejoggt und danach ein paar Bahnen im Meer geschwommen. Nach Feierabend wurde gemeinsam gekocht oder die beste Fischbude in ganz Schleswig-Holstein überfallartig in Beschlag genommen, das ein oder andere Bierchen getrunken, gequatscht, Volleyball oder Straßentennis gespielt. Highlight war wie immer das Strandfest. Hier konnte sich die Wachmannschaft dann nach getaner Arbeit auch mal so richtig austoben. Auch Neptun war wieder im Einsatz, diesmal ganz majestätisch mit seinen Nixen. Einige werden sich sicher an die tollen Fotos aus dem letzten Jahr erinnern. Alles in Allem hatte die DLRG-Ortsgruppe Oberpleis eine tolle Zeit und freut sich schon auf das nächste Jahr. Vielleicht hat der Artikel ja Lust auf me(e)hr gemacht, wer Interesse an einer Tätigkeit bei der DLRG Oberpleis hat kann sich gerne an den Ausbildungsleiter Thomas Stepan wenden. ausbildung@oberpleis.dlrg.de

Verfasser Biggi Kostka

Ort
Veröffentlicht
14. September 2018, 03:12
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