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Das Geheimnisvolle fasziniert mich

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"Das Geheimnisvolle fasziniert mich"

Literaturwochen: Melanie Raabe liest in der Badestadt

Es ist wieder Leseherbst in der Badestadt. Die beliebten Bad Driburger Literaturwochen wurden vor 14 Jahren unter dem Titel "Lesezeichen" ins Leben gerufen. "Aber noch nie hatten wir eine Autorin hier bei uns, die so hoch auf den Bestsellerlisten stand", freute sich Bettine Saabel über einen ganz besonderen Gast in ihrer Buchhandlung: Melanie Raabe war an diesem Abend im Leseherbst zum ersten Mal in der Badestadt, um ihren neuen Roman "Der Schatten" vorzustellen.

Die junge Autorin las nicht nur aus ihrem neuen Buch, sie erzählte auch von ihrem Weg zur erfolgreichen Schriftstellerin und beantwortete die Fragen der Zuhörer - bis auf eine: "Was genau geschah am 11. Februar?"

2015 avancierte Melanie Raabe mit ihrem Debütroman "Die Falle" zum Shootingstar der Literaturszene. Etwas mehr als ein Jahr später folgte "Die Wahrheit" und jetzt, wie die beiden Vorgänger-Romane ebenfalls im btb-Verlag erschienen, "Der Schatten". Die Kölner Autorin erzählt darin die Geschichte der jungen Journalistin Norah.

Um ihr altes Leben in Berlin endgültig hinter sich zu lassen, zieht Norah nach Wien. Doch auch hier lassen sie die Ereignisse des 11. Februars vor vielen Jahren nicht los. Aber was geschah an diesem Tag, der einen Wendepunkt in der Biografie der jungen Frau markierte?

"Ich beantworte gerne alle Ihre Fragen, aber ich werde Ihnen nicht erzählen, wie der Roman endet", kündigt Melanie Raabe mit einem strahlenden Lächeln an. In ihren Erzählungen schafft die offene, freundliche junge Frau eine düstere, beklemmende und unterschwellig bedrohliche Stimmung, die immer mehr begeisterte Leser in ihren Bann zieht.

"Das Geheimnisvolle fasziniert mich", sagt Melanie Raabe, die nach ihrem geisteswissenschaftlichen Studium lange als Lokaljournalistin in Köln gearbeitet hat. Neben dem stressigen Reporter-Job fand sie aber auch immer die Zeit, ihre Geschichten zu schreiben. "Ich bin ein Morgenmensch, keine Nachteule. Darum klingelte mein Wecker morgens um vier Uhr - für mich die beste Tageszeit, um kreativ zu sein. Denn egal, was der Tag noch bringt, man hat schon etwas geschafft. Das habe ich bis heute beibehalten", erzählt die Autorin.

Viel Zeit und noch mehr Herzblut habe sie in ihre Manuskripte investiert. Die ersten vier wurden abgelehnt. "Doch ich habe weitergemacht, hatte immer wieder neue Ideen", sagt Raabe. Ihr erster verlegter Roman, "Die Falle", wurde dann gleich zum Bestseller. "Dass ich jetzt auf einer Cocktail-Party auf die Frage nach meinem Beruf antworten kann "ich bin Schriftstellerin", das finde ich immer noch sehr cool", schmunzelt die sympathische Autorin.

In ihren spannungsgeladenen Thrillern geht es immer unblutig zu. "Ich mag es, die Geschichte psychologisch aufzubauen, spiele gerne mit dunkler Symbolik", sagt sie. Dabei sei die Entstehung eines Romans und seiner Protagonisten stets ein Prozess, die Geschichte brauche Zeit, um zu wachsen. So habe sie zum Beispiel lange nicht gewusst, wie ihre Hauptperson in "Der Schatten" heißen soll. "Ich dachte an Paula, Karla oder Anna. Erst mitten im Manuskript bekam das Kind einen Namen: Norah. Und erst dann habe ich auch den Charakter richtig zu packen gekriegt", beschreibt Melanie Raabe die Entwicklung.

Nur den Schluss, den kenne sie immer, betont sie. "Das Ende habe ich immer schon, bevor ich losschreibe. Ich muss einfach wissen, worauf die Geschehnisse hinauslaufen - so behalte ich die Fäden in der Hand".

Jedem, der nun wissen möchte, "wer am Ende wen tötet, ob es überhaupt Tote gibt und was zum Teufel am 11. Februar passiert ist", dem sei Melanie Raabes dritter Roman "Der Schatten" empfohlen - nicht nur für lange Leseherbstnächte. (SR)

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Veröffentlicht
28. September 2018, 04:15
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