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Lok-Denkmal in Altenbeken

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Lok-Denkmal in Altenbeken

Der mühsame Weg zum Erhalt

Seit über vier Jahrzehnten wird die Altenbekener Dampflokomotive besucht, bestaunt, fotografiert und gefilmt. Nach über eineinhalb Millionen gefahrenen Kilometern und einer optischen Aufarbeitung im Bahnbetriebswerk Altenbeken fand sie 1977 ihren Platz vor dem Egge-Museum in Altenbeken. Ihre beinahe 80 Jahre sind ihr ohne Zweifel anzusehen und Verwaltung und Politik sind sich über die Notwendigkeit einer Sanierung einig. Aufgrund der Eintragung als "technisches Denkmal" in die Denkmalliste ist die Gemeinde sogar gesetzlich verpflichtet, die 044 "instand zu halten, instand zu setzen, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen". Doch ganz so einfach ist das nicht.

Mehrmals wurde die Lokomotive optisch durch freiwillige Helfer aufgearbeitet. Viele Jahre kümmerten sich pensionierte Eisenbahner um das Erscheinungsbild der Lok, doch zwei voneinander unabhängige Gutachten aus den Jahren 2016 und 2018 haben ergeben, dass es mit einer optischen Aufarbeitung dieses Mal nicht getan ist. Vielmehr sind eine grundlegende Reinigung der gesamten Lokomotive und ein komplett neuer Farbaufbau notwendig. Was den Tender angeht, so wurde festgestellt, dass dieser sowohl von außen als auch von innen derart korrodiert, dass er von der Lokomotive getrennt und nach Untersuchung von einer Fachfirma aufgearbeitet werden sollte. Diese stehen nicht unbedingt Schlange, immerhin handelt es sich bei der Restaurierung einer Lokomotive unter Denkmalschutz um ein ziemlich spezielles Projekt. Für die Ausführung der einzelnen Arbeiten sind erfahrene Spezialisten notwendig, und so haben zahlreiche Firmen erst gar kein Angebot abgegeben und nur sehr wenige erst auf mehrmalige Nachfragen reagiert. Das erklärt vielleicht auch, warum längere Zeit "scheinbar nichts passiert".

Nach den nunmehr vorliegenden Angeboten liegen die kalkulierten Gesamtkosten bei ca. 263.000 Euro. Anfang des Jahres hat die Gemeinde einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten sind für 2020 vorgesehen, vorausgesetzt, die Fördermittel werden bewilligt.

Alle Arbeiten sind wegen der Denkmaleigenschaft der Lok mit den zuständigen Fachbehörden abzustimmen und bedürfen einer entsprechenden Zustimmung. Für die jetzt erfolgte Reinigung schrieb das Denkmalamt beispielsweise vor, dies mit "Wasser und Schwamm oder weichen Bürsten" zu tun und auch nur, "solange die Oberfläche nicht weiter beschädigt wird". Die Mitarbeiter des Gemeindebauhofes gingen deshalb entsprechend behutsam vor und zumindest aus einigen Metern Entfernung sieht die alte Dampflok wieder beeindruckend aus.

Ort
Veröffentlicht
24. Mai 2019, 05:01
Autor
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