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Zur Eröffnung des Feuerwehrgerätehauses

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Zur Eröffnung des Feuerwehrgerätehauses

Die Rede des Bürgermeisters

Liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden,

liebe Gäste aus Nah und Fern,

ich möchte Sie alle heute im Namen von Rat und Verwaltung ganz herzlich zur Einweihung unseres neuen Feuerwehrgerätehauses in Alpen begrüßen.

Ich freue mich, dass Sie heute so zahlreich unserer Einladung gefolgt sind.

Ein wenig traurig bin ich darüber, dass eine Fraktion im Alpener Gemeinderat nach der Grundsteinlegung und dem Richtfest nun auch die Einweihung boykottiert hat.

Schade!

Liebe Freunde der Feuerwehr, ich kann mich als Vorsitzender des Rates nur bei Ihnen entschuldigen.

Umso mehr freue ich mich, dass so viele Ratsmitglieder aus den anderen 3 Fraktionen CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen unserer Einladung gefolgt sind. Danke!

Aber heute ist eigentlich kein Raum zum Trübsal blasen.

Ich habe mich über wenige Ereignisse in Alpen so sehr gefreut wie die Inbetriebnahme dieses Gebäudes.

Heute und morgen wollen wir Ihnen die Möglichkeit geben, unser neues Feuerwehrzentrum kennen zu lernen.

Und gestern haben wir schon den perfekten Einstieg in dieses Wochenende erlebt. Einen Umzug, fast wie zu Pfingsten, nur mit Blaulichtgewitter. Wir haben uns alle sehr über die große Resonanz aus der Bevölkerung gefreut.

Sogar die Pfadfinder waren in vollem Ornat dabei!

Bei Einweihungen von kommunalen Gebäuden hat es ja schon ein wenig Tradition, über Daten und Fakten zu sprechen.

Das will ich auch im Rahmen dieser Ansprache gerne tun, aber nur in Maßen. Denn das kann man alles später auf unserer Homepage finden.

Oftmals stellt dies in der heutigen Zeit auch den Versuch dar, sich für die ausgegebenen Steuermittel zu rechtfertigen, weil die überragende Bedeutung dann in der Regel die Kosten ausmachen. Das will ich bewusst heute nicht tun, auch wenn vielleicht hier und da der Eindruck entstehen wird.

Da lasse ich lieber gleich die Katze aus dem Sack, damit wir dann zu den wichtigen Aspekten kommen können:

Wir werden bei über 6 Mio € landen. Und ich mache auch keinen Hehl daraus, dass bei avisierten 5 Mio. €, die schon ein großer Batzen waren, das schon echt weh tut.

Ich möchte aber auf keinen Fall, dass das die letztendliche Quintessenz ist aus dem, was ich Ihnen heute mitzuteilen habe.

Ich habe immer Wert darauf gelegt, meine eigene Bewertung in ein anderes Licht zu stellen, das im Kontext unserer Alpener Tradition steht, nämlich der Bedeutung des Ehrenamts für unser tägliches Zusammenleben.

Das ehrenamtliche Engagement in Alpen ist nicht bezahlbar, weder in reinen Zahlen und Daten, noch in dem von vielen vielleicht gar nicht so wahrgenommenen gesellschaftlichen Mehrwert.

Unsere Feuerwehr ist ein integraler Bestandteil unseres Ehrenamtes.

Die Besonderheit ist, dass sie ehrenamtlich eine Pflichtaufgabe für die Gemeinde erfüllt, für die sie ansonsten hauptamtliches Personal einstellen müsste.

Das ist auch der Grund, warum auch in den schlechtesten Zeiten der Gemeinde, in Zeiten der Haushaltssicherung, an zeitgemäßer und moderner Ausstattung der Feuerwehr wenig eingespart wurde.

Es ging letztendlich immer um die Sicherheit aller Alpenerinnen und Alpener im Brandschutz, aber auch um die Gesundheit unserer Kameradinnen und Kameraden.

Trotzdem war es nicht immer einfach, das politisch durchzusetzen und die Akzeptanz in der Verwaltung zu erhalten, wenn an allen anderen Ecken und Enden gespart werden musste.

Wie hat uns denn die Feuerwehr gedankt? Das können Sie heute an der Struktur unserer Wehr ablesen.

Mehr als 70% unserer aktuellen Kameradinnen und Kameraden kommen aus der eigenen Jugendarbeit.

Sie ist stark motiviert, leistungsfähig und bewältigt ihren Job trotz stetig steigender Einsatzzahlen in einer hohen Qualität.

Aufgrund der letzten beiden Jahre (Starkregen, Flächenbrände) können wir nur erahnen, was da noch auf unsere Feuerwehr zukommt!

Mögen andere eine andere Bewertung haben, für mich ist das auch eine Folge dieses positiven Verhältnisses zwischen Verwaltung, Politik und der jeweiligen Wehrführung.

Es gab in den letzten Jahrzehnten kaum wahrnehmbaren Streit, die Brandschutzbedarfspläne wurden jederzeit, vielleicht mit kleinen Abstrichen, erfüllt.

Das Führungsteam unserer Feuerwehr konnte immer mehr junge Leute an den Dienst heranführen.

Gerade in der Jugendfeuerwehr hat auch unser Kreis von der Dynamik unser Alpener Führungsriege profitiert. Ich schau da mal auf Rolf Bockstegers und seine Mitstreiter.

Wenn ich das mal mit der Situation unserer Sportvereine vergleiche, ergibt sich ein ähnliches Bild.

Dort mussten wir aber, weil es sich um freiwillige Leistungen handelte, den Geldhahn in Zeiten der Haushaltssicherung deutlich zurückschrauben. Zwischenzeitlich haben wir die Zuwendungen an die Vereine wieder deutlich erhöht.

Wenn wir heute Alpener Sportanlagen besuchen, stoßen wir fast durchweg auf top gepflegte Anlagen. Hier und da sind sicher noch weitere Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Die Gemeindeprüfungsanstalt hat jetzt allerdings festgestellt, dass die Zuwendungen an unsere Vereine leicht über dem Durchschnitt anderer ähnlich großer Kommunen liegen.

Sie werden jetzt vielleicht überrascht sein, wenn ich sage:

Das freut mich,...... nur leicht über dem Durchschnitt bei einer Qualität der Anlagen, die aber deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Das hat uns zuletzt auch der Kreissportbund bestätigt.

Und auch die GPA hat eingestanden, dass der Zustand unserer kommunalen Infrastruktur überdurchschnittlich gut ist.

Und auch die Ausstattung unserer Wehr liegt deutlich über dem Schnitt anderer Kommunen.

Es gibt also keinerlei Notwendigkeit, etwas an dieser Philosophie zu ändern.

Das alte Gerätehaus war nicht mehr zeitgemäß, es an diesem Standort zu sanieren und zu erweitern wäre unklug. Mehr will ich dazu gar nicht sagen.

Einsatztaktisch liegt das neue in der Nähe unserer großen Gewerbetreibenden ideal.

Die so sensible Tagespräsenz werden wir wohl in der näheren Zukunft ohne große Probleme sicherstellen können.

In diesem Zusammenhang mache ich keinen Hehl daraus, dass ich mich ganz besonders über die Anwesenheit von Viktor Lemken freue, der unsere Feuerwehr durch die großzügige Freistellungspraxis in seinem Unternehmen immer unterstützt hat! Herzlich willkommen lieber Viktor!

Das neue Heim enthält alles, was zeitgemäß ist, von der schwarz/weiß und Geschlechtertrennung, einem Übungsturm, einer nach aktuellen Hygienevorschriften ausgestattete Atemschutzwerkstatt und einem eigenen Trakt für die Jugendfeuerwehr.

Das ist die Zukunft unserer Wehr.

Und wenn Sie wirklich mal Zahlen vergleichen mit scheinbar ähnlichen Projekten, dann vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen.

Bei allen qm Zahlen liegen DIN Erfordernisse zu Grunde, die meist unterschritten wurden.

Die Planung war von einem engen Korsett an DIN Vorschriften und Unfallverhütungsvorschriften gekennzeichnet.

Luxus ist für mich nur der eigene Bereich für die Jugendfeuerwehr und, mit einem Augenzwinkern, vielleicht das Büro des Wehrleiters, so eins hätte ich auch gerne. Aber da können Sie versichert sein, da waren eigentlich nur im OG ein paar QM über, die verplant werden mussten. Das war nicht Michaels Wunsch. Ein bisschen schämt er sich auch dafür. Wir könnten ja einfach sagen, das hat Erwin Brüning für ihn geplant! (Hallo Erwin, danke!)

Und ob man die Architektur als Luxus bezeichnen muss, sollen andere bewerten.

Ich bin jedenfalls stolz auf das, was wir geschaffen haben und auf den Prozess, wie wir es geschaffen haben, nämlich mit und für unsere Feuerwehr.

Dafür danke ich den Architekten, Frau Kempen und Herrn Kleinheier mit ihrem Team ganz ausdrücklich. Besser geht nicht.

Dass es aufgrund der allgemeinen Baukonjunktur in der Bauphase auch Probleme gab, naja, da werden wir uns später hoffentlich alle kaum dran erinnern.

Auf der Seele brennt mit aber, auch noch ein Wort an unsere beiden Löschgruppen in Veen und Menzelen zu richten.

Dieses Gerätehaus ist zweifelsohne die Zentrale der Alpener Feuerwehr.

Es ist auch für die Zukunft gebaut worden.

Also enthielt die Planung sicher auch Szenarien, in denen man sich gefragt hat, was passiert, wenn die Einsatzbereitschaft in Veen und Menzelen mal nicht mehr so gut ist wie heute.

Keiner, aber wirklich keiner hat damit die Absicht, einen Standort, welchen auch immer weg zu rationalisieren.

Damit würden wir uns doch nur schwächen, das würde keinerlei Sinn ergeben. Ich möchte mich gerade bei diesen beiden Löschgruppen für die besonders hohe Eigenleistung in Bau und Pflege ihrer Gerätehäuser bedanken, das ist schon außergewöhnlich. Vielleicht hätte ich mir diese Worte nach der gestrigen gemeinsamen Aktion der beiden Löschgruppen auch sparen können.

Als Zeichen der Einheit zwischen allen Alpener Einheiten haben die Löschgruppen aus Veen und Menzelen dem Alpener Löschzug das Transparent geschenkt, das Sie hier auch bewundern können.

Bedanken möchte ich mich auch bei meinen Mitarbeitern, aus dem Bauamt, bei Walter Adams und Andre Enge mit ihrem Team, bei der Wehrleitung an der Spitze Michael Hartjes, "Frank Coenen und Marco Giesen. Was Michael geleistet hat, war schon unmenschlich. Danke dafür.

Ich bin froh, dass wir in der Mitarbeiterschaft der Gemeinde mittlerweile auch Feuerwehrkameraden haben, die Michael dabei nach Kräften unterstützt haben. Da möchte ich besonders Christoph Schmitz und Mark Dickerboom nennen.

Überhaupt haben sich die Kameraden des Alpener Löschzuges in den letzten Tagen, wie sagt man, den Allerwertesten aufgerissen, damit noch alles klappt und wir heute dieses Einweihungsfest feiern können. Herzlichen Dank dafür, den ich ausdrücklich auch an die Partner unserer Kameradinnen und Kameraden richte, die sicher lange auf ihre Partner verzichten mussten.

Natürlich bedanke ich mich auch ganz herzlich bei den Bau ausführenden Firmen. Sie haben ganze Arbeit geleistet.

Herzlichen Dank auch an alle, die ich vielleicht wieder einmal vergessen habe!

Zum Schluss möchte ich auf Wunsch zweier Ehefrauen der Kameraden ein Gedicht eines Feuerwehrkameraden der FF Enns, Roland Schlucker, vortragen, das die Besonderheiten von Feuerwehr besonders gut trifft.

Der zweite Wunsch, den sie an mich herangetragen haben, wird gleich durch den Kinder- und Jugendchor Menzelen erfüllt werden.

Ich freue mich weiterhin auf den Verlauf des heutigen Tages und auf die Resonanz unserer Bevölkerung beim morgigen Tag der offenen Türe.

Unseren Kameradinnen und Kameraden wünsche ich viel Spaß dabei!

Und nun das Gedicht:

Wenn ich einem Kind schützend meine Hand reiche, auch wenn ich nicht sein Vater bin,

wenn ich für Menschen, die ich nicht einmal kenne mein Leben und meine Gesundheit riskiere, und dabei sicher nicht lebensmüde bin.

Weißt du wer ich bin?

Wenn ich auf der Straße einem Sterbenden zum Trost ein Versprechen gebe, dass ich nicht halten kann und wahrhaftig kein Lügner bin.

Wenn ich arbeite bei Tag und Nach, oft rund um die Uhr und doch kein Schichtarbeiter bin.

Weißt du wer ich bin?

Wenn ich hungrigen Tieren Futter und Wasser bringe und bin trotzdem kein Bauer.

Wenn ich mir Urlaub nehme zum Lernen und bin aber kein Schüler.

Weißt du wer ich bin?

Wenn ich im Notfall sorge für Speis und für Trank und stehe für das nötige Geld auch noch an der Schank.

Wenn ich auf Freizeit verzichte, meine Familie und Freunde vernachlässige, weil du meine Hilfe brauchst.

Weißt du wer ich bin?

Ich rette aus Überzeugung dein Leben, dein Hab und Gut.

Um darüber zu reden, fehlt mir meistens der Mut.

Und wenn du mir jetzt glaubst, dass ich das alles kann, ich bin trotzdem nur

ein Feuerwehrmann.

Ort
Veröffentlicht
14. Juni 2019, 04:52
Autor
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