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Heckscheibe eingeschlagen; Täter identifiziert; der Rabe war´s

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(ots) /-

In die Kategorie "hatten wir noch nicht" passt der nachfolgende Sachverhalt. Die Polizei war dieser Tage zu einem großen Firmenparkplatz gerufen worden.

Ein Mitarbeiter der Firma war nach seiner Schicht zu seinem Auto zurückgekehrt. An seinem Wagen hatte man die Heckscheibe zertrümmert. Jedenfalls prangte ein großes Loch in dem Teil. Das Tat-werkzeug, offensichtlich ein Stein, etwa 3 mal 4 cm groß, lag noch auf der Hutablage des Wagens. Gestohlen wurde offenbar nichts, so der 63-jährige Autofahrer gegenüber den Beamten.

Natürlich mehr als ärgerlich, dass ausgerechnet sein - und nur sein - Auto offensichtlich für die Tat ausgeguckt worden war. Die anderen - grob geschätzt - 149 Autos, die auf dem Parkplatz standen, waren unversehrt

Die Polizisten nahmen den Tatort auf, sicherten Spuren, machten Fotos. Fein säuberlich erhielt der Stein eine Sonderbehandlung mittels Bakteritte, wegen serologischer Spuren und so. Am Schluss des Tages hatte die Akte zu der Sachbeschädigung mit Schreibkram, Fotos, Aussagen des Autobesitzers und Spurenbericht knapp ein Dutzend Seiten gefüllt.

Wie bei vielen Ermittlungserfolgen gab es ja in der Vergangenheit oft Unterstützung von Kommissar Zufall. Der immer noch nicht zum Oberkommissar beförderte sehr wichtige Helfer polizeilicher Ermitt-lungsarbeit mischte auch dieses Mal kräftig mit. In Form einer Videokamera. Die hat das gesamte Parkplatzgelände "im Auge". Die Aufnahmen konnten sich die Ermittler ansehen. Dabei entdeckten sie Erstaunliches. Um das zu glauben, muss man Teile des Original-Polizeiprotokolls lesen:

"...die Einsichtnahme der Überwachungskamera des Parkplatzes ergab, dass der Tatverdächtige ca. 35 bis 45 cm groß und von schlanker, schwarzer Gestalt war. Nach Tatbegehung entfernte er sich fliegend vom Tatort. Kurzum es handelt sich bei dem Tatverdächtigen um einen Raben. Auf eine Auswertung der von dem Stein gesicherten serologischen Spuren wird verzichtet."

Im Abschlussbericht steht: "...gegen 12 Uhr fliegt ein Rabe von einem Laternenmast über den noch unbeschädigten Pkw. Genau zu diesem Zeitpunkt lässt sich dann auf den Aufnahmen erkennen, dass plötzlich ein Loch in der Heckscheibe ist. Anschließend fliegt der Rabe zum Pkw, setzt sich auf das Heck und schaut sich um..."

Fazit: Alle Beteiligten - außer der bislang nicht identifizierte Rabe - sprechen aufgrund der schnellen Aufklä-rung von einem "tierischen" Ermittlungserfolg. Für den Raben hingegen war es eher ein schwarzer Tag...

Hinweis für die Medien: Technisch bedingt war es leider nicht möglich, die Aufnahmen so zu sichern und aufzubereiten, dass sie veröffentlicht werden können. Fotos der Protokollpassagen und des Autoschadens sind beigefügt und können rechtefrei heruntergeladen werden. (pk)

Ort
Veröffentlicht
14. Dezember 2018, 09:00
Autor
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