Beta
Beiträge suchen
« zur Übersicht «

Vier Städte machen Bedenken gegen Augustiner Pläne geltend

14.10.11 : 11:19 : 87 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Stadt Siegburg

Auf eine Verkaufsfläche von 46.000 Quadtratmetern statt bislang 30.000 soll der "Huma"-Einkaufspark in Sankt Augustin erweitert werden. Die Städte Bonn, Königswinter, Siegburg und Troisdorf haben jetzt zu dem offengelegten Entwurf des betreffenden vorhabenbezogenen Bebauungsplans Stellung genommen.

Zwar begrüßen die Städte ausdrücklich eine Umstrukturierung des Zentrums von Sankt Augustin, da offensichtlich ein städtebaulicher Handlungsbedarf bestehe und ein gut funktionierendes und qualitativ hochwertiges Zentrum der Entwicklung der ganzen, insbesondere rechtsrheinischen Region zugute kommen werde.
Jedoch haben sie erhebliche Zweifel, ob zur Umstrukturierung und Revitalisierung des Sankt Augustiner Zentrums eine solch deutliche Ausweitung der Verkaufsfläche notwendig und sinnvoll ist, wie sie im vorliegenden Planverfahren betrieben wird. Die Städte gehen davon aus, dass ihre eigenen Stadt- und Stadtteilzentren erheblich stärker betroffen sind als dargestellt.

Das der Planung zugrundeliegende Gutachten von Dr. Lademann & Partner ist aus ihrer Sicht nicht geeignet, die raumordnerische und städtebauliche Verträglichkeit zu belegen. Die Städte haben daher gemeinsam eine "Fachliche Bewertung der vorliegenden Auswirkungsanalyse des Büros Dr. Lademann & Partner" durch das Büro Junker und Kruse Stadtforschung, Dortmund, erarbeiten lassen.

Diese Bewertung kommt zu dem Ergebnis, dass das Gutachten von Dr. Lademann & Partner auf verschiedenen unrealistischen, unbegründeten und intransparenten Annahmen beruht, die zu einer zu geringen Einschätzung der Auswirkungen in der benachbarten Region führen. Aus Sicht der einwendenden Städte stellt das vorliegende Gutachten daher kein ausreichendes und inhaltlich belastbares Abwägungsmaterial dar, auf dessen Grundlage eine sachgerechte und wohl abgewogene Entscheidung durch die politischen Gremien der Stadt Sankt Augustin getroffen werden kann. Darüber hinaus entspricht die Verfahrensweise nicht der 2003 getroffenen Vereinbarung zur Diskussion und Abstimmung von regional bedeutsamen Einzelhandelsvorhaben, die die Region Bonn / Rhein-Sieg / Ahrweiler im Rahmen der Kooperation im Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr (:rak) ein Verfahren im Regionalen Einzelhandelskonzept vereinbart hat. Dort ist geregelt, dass zunächst eine Information der Nachbargemeinden und eine gemeinsame erste regionale Prüfung durchzuführen ist.

Kommt es hier nicht zu einer Übereinkunft in Form eines regionalen Konsenses zum fraglichen Vorhaben, so ist ein (weiteres) neutrales Fachgutachten, dessen Beauftragung im Konsens der beteiligten Gemeinden erfolgen soll, einzuholen. Auf dieser Grundlage erfolgt eine zweite regionale Prüfung, eventuell mit Unterstützung einer externen Moderation. Die Städte Bonn, Königswinter, Siegburg und Troisdorf fordern die Stadt Sankt Augustin daher auf zum nächstmöglichen Zeitpunkt in das gemeinsam vereinbarte Verfahren der Prüfung und Erörterung einzutreten, um eine konstruktive regionale Befassung sicher zustellen. Foto: Planskizze des neuen Einkaufszentrums in St. Augustin


Beitrag teilen:

Facebook
Twitter




Mehr zum Thema:

Bonn (1842) - Siegburg (768) - Troisdorf (490) - Sankt Augustin (320) - Königswinter (111) - Einkaufspark (5) - Huma (5) - Verkaufsfläche (1)

Kommentare
Be O.
Be O. : 27.10.2011 : 10:23 : Verstoß melden
Grundsätzlich gut die Bedenken- aber sicher zu spät, da der RP ja den Augustiner Plänen aufgeschlossen gegenüber steht. Ob es etwas bringt ist fragwürdig. Die Umlandgemeinden hätten sich früher zusammensetzen müssen und Ihre Planungen abstimmen, was aber meistens an dem Kirchturm- und Konkurrenzdenken der Stadtväter scheitert!
Kommentar schreiben
Infos zum Autor
Stadt Siegburg