Beta
Beiträge suchen
« zur Übersicht «

Einkaufsgalerie für Siegburg: Nein heißt Ja

07.09.10 : 15:40 : 178 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Stadt Siegburg

Eine zentrale Einkaufsgalerie für Siegburg durch die Hamburger ECE auf dem Areal Allianz-Parkplatz/Rathaus oder eine sogenannte dezentrale Entwicklung über Ansiedlung von Geschäftslokalen an unterschiedlichen Standorten?

Eine zentrale Einkaufsgalerie für Siegburg durch die Hamburger ECE auf dem Areal Allianz-Parkplatz/Rathaus oder eine sogenannte dezentrale Entwicklung über Ansiedlung von Geschäftslokalen an unterschiedlichen Standorten? Alternative 2 hat sich in den vergangenen Jahren trotz aller Anstrengungen nicht realisieren lassen. Die Schlüsselfakten dazu unten. Gleichwohl lässt der Beschluss des Siegburger Stadtrates, der grünes Licht für die zentrale Lösung gegeben hat, die dezentrale Alternative als Option offen. Wenn sie denn realisierbar wäre. Was bedeuten nun Ja oder Nein beim Bürgerentscheid für die beiden Alternativen? Ein Ja zum Erhalt des Rathauses hieße ein definitives Nein zur zentralen Lösung mit ECE. Die Realisierungschancen der dezentralen Lösungen sind fraglich. Siegburg hätte dann also nur mehr eine Chance statt deren zwei. Und keinen Wettbewerb der Ideen mehr. Ein Nein heißt: Beide Optionen bleiben offen. Und dabei hätten die Befürworter der dezentralen Lösungen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite, den sie nutzen sollten. Das Versprechen des Bürgermeisters, dabei zu helfen, steht. Keine mögliche Realisierung wird an der Stadt scheitern.

ECE hat dagegen noch schwierige liegenschaftliche Fragen zu klären, muss ein umfassendes Anforderungsprofil der Stadt erfüllen. ECE muss noch das Schützenhaus kaufen und der traditionsreichen St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1350 zu Siegburg adäquaten Ersatz schaffen, der auch Raum bietet für die Veranstaltungen der Siegburger Vereine. Dafür braucht ECE Zeit, und die Zeit gibt es nur bei einem Nein beim Bürgerentscheid. Zu den dezentralen Überlegungen: Bis Januar 2010 hat die Stadt mit fünf unterschiedlichen Entwicklern über dezentrale Alternativen verhandelt. Für alle Standorte besteht fertiges Planungsrecht. Wer wirklich wollte und wer will, hätte längst loslegen können, oder kann schnell loslegen. Nachdem jetzt die gegen die Pläne der Einkaufsgalerie gerichtete Bürgerinitiative erklärt, Ansätze für drei dezentrale Standorte zu haben, hat Bürgermeister Franz Huhn auch die fünf bisherigen interessierten Investoren erneut zu einer Beteiligung aufgefordert. Den Eigentümern der drei von der Initiative benannten Immobilien schrieb er jetzt mit Bezug auf die Erklärungen der Initiatoren des Bürgerbegehrens, diese wollten ihre Flächen innerhalb eines dezentralen Standortkonzeptes einbringen: "Vor dem Hintergrund der Lage Ihrer Grundstücke innerhalb der zentralen Einkaufslage Siegburgs begrüße ich Ihre Entscheidung außerordentlich und möchte Ihnen mit diesem Schreiben die volle Unterstützung seitens der Verwaltung zusagen, um das gemeinsame Ziel, den Erhalt und Ausbau einer attraktiven Innenstadt, zu erreichen. Hierzu habe ich Ihnen als Anlage eine Liste potentieller Investoren und Projektentwickler zusammengestellt, welche sich bereits um den Standort Siegburg bemüht haben." Damit ein dezentraler Lösungsansatz aber wirklich zu einer echten Alternative werden kann, so Huhn, "ist es zwingend notwendig, dass auch hier vor allem großformatige Verkaufsflächen über 800 Quadratmeter entstehen. Nur hierdurch kann gewährleistet werden, dass die in Siegburg fehlenden Formate wie z. B. Junge Mode, Drogeriewaren und vor allem ein Lebensmittelmarkt realisiert werden können. Die weitere Ansiedlung von kleinflächigen Ladenlokalen ist für die Innenstadt nicht zielführend." Jetzt gilt es: Ein Nein am 19. September hält beide Optionen offen, wahrt einen Wettbewerb. Ein Ja zerstört den Wettbewerb - und die Gefahr für die Einkaufsstadt Siegburg durch die Mega-Pläne eines neuen Zentrums in St. Augustin wächst weiter. Huhn: "Ich stehe eventuellen dezentralen Alternative mit Blick auf alle bisherigen Erfahrungen skeptisch gegenüber. Gleichwohl: Wenn jetzt Investoren bereit stehen sollten, die die wichtigen Großformate und den Lebensmittelmarkt schaffen würden - Herzlich Willkommen: Wir erwarten den Bauantrag! Doch wir dürfen nicht alles auf eine Karte setzen. Deshalb wahrt nur ein Nein beim Bürgentscheid alle Zukunftschancen." Dezentrale Alternativen? - Die Schlüsselfakten: Der Allianz-Parkplatz isoliert Eine isolierte Nutzung ohne weitere Nachbarareale (Rathaus, Schützenhaus) rechnet sich wegen des hohen Kaufpreises nicht. Deshalb hat seit Jahrzehnten kein Investor ein solches Projekt auf den Weg gebracht. Bereits in den 1980-er-Jahren, als die Marktpassage gebaut wurde, hatte man alles versucht, den Parkplatz zu bebauen. Das scheiterte am Verkaufspreis. Und an der verkehrlichen Erschließung. Bislang gibt es keine Konzeption einer isolierten Nutzung, die einen Zugang von der Kaiserstraße aufweisen oder die Parkplatz-Frage lösen würde. Holzgasse neben Wehmeyer Über all die Jahre, in denen eine dezentrale Entwicklung in vielfältiger Weise angestoßen werden sollte, ist nie ein Entwickler auf diese Flächen gestoßen. Es handelt sich um eine 1b-Lage. Noch als Bürgermeister Franz Huhn am 26. Juni 2009 alle Eigentümer der Liegenschaften um Markt, Holzgasse und Kaiserstraße anschrieb mit der Bitte, Flächen für großformatige Entwicklungen zur Verfügung zu stellen, gab es aus diesem Bereich keinen einzigen Eigentümer, der die Flächen zur Verfügung stellen wollte. Probleme: denkmalgeschützte Kellerareale, Widerstand einzelner Eigentümer, Erschließung und fehlende Parkplätze. Das Goldberg-Grundstück Hier steht bislang der "Ihr Platz"-Flachbau. Über die Jahre hat kein Investor angebissen, und auch der Eigentümer hat es nicht wirklich vorangetrieben. Vorwürfe des Eigentümers, die Stadt habe nicht entsprechendes Interesse gezeigt, hat dieser vor einigen Monaten öffentlich zurücknehmen müssen. Zu überwinden gilt es die Probleme, die sich in den vergangenen Jahren als unüberwindbare Hürden dargestellt haben: Grundstückspreis, Schaffung notwendiger Stellplätze, Tiefgaragenbau oder teure Stellplatz-Ablösen. Grundstück ehemalige Kaufhalle Die realistische Option mit und ohne ECE! Die Verwirklichung der gemeinsam mit Bürgermeister Franz Huhn präsentierten Pläne hängt einzig und allein zeitlich vom Projekt der Stadtgalerie und ihrem Geschäftsbesatz ab. Kommen tut sie in jedem Fall.


Beitrag teilen:

Facebook
Twitter




Mehr zum Thema:

Siegburg (768) - Rathaus (92) - Einkaufsgalerie (22) - ECE (17) - Allianz-Parkplatz (3)

Kommentare
Bis jetzt wurde noch kein Kommentar zu dem Beitrag geschrieben. Schreib jetzt den ersten Kommentar.
Kommentar schreiben
Infos zum Autor
Stadt Siegburg