Rund 200 Eltern informierten sich über neue Gesamtschule
30.11.10 : 11:00 : 158 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Stadt Sankt Augustin
Die häufig gestellte Frage von Eltern, die ihr Kind an der neuen Gesamtschule in Sankt Augustin anmelden wollen, gab Moderator Harry Liedtke gleich zu Anfang der Informationsveranstaltung an den Beigeordneten Marcus Lübken weiter: „Ist es sicher, dass die Gesamtschule kommt?“. Die klare Antwort des Beigeordneten: „Diesmal werden die erforderlichen 112 Anmeldungen zustande kommen und damit ist sicher, dass die Gesamtschule kommt.“ Rund 200 Eltern waren am Freitag, dem 26.11.2010, der Einladung der Stadt Sankt Augustin gefolgt, um sich über die neue Gesamtschule im Schulzentrum Menden zu informieren. Bereits zum Schuljahr 2011/12 wird sie ihren Schulbetrieb aufnehmen. Marcus Lübken erläuterte gleich zu Anfang das Anmeldeverfahren, das wie an allen anderen weiterführenden Schulen nach Ausgabe der Halbjahreszeugnisse am 11.02.2011 beginnt. Auf großes Interesse stieß die Information, dass die Anmeldezeiträume sowohl mit den weiterführenden Schulen in Sankt Augustin als auch mit den Gesamtschulen umliegender Kommunen abgestimmt seien. Diesmal sei die Anmeldefrist besonders lang gewählt, bis zum 02.03.2011.
Jutta Bergmann-Gries, Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Bildung und Weiterbildung des Rates der Stadt Sankt Augustin, hatte zuvor in ihrem Grußwort betont, dass die politischen Gremien sich deutlich für die Entwicklung des Schulzentrums Menden ausgesprochen und diese auf den Weg gebracht haben. Politik und Verwaltung setzten sich nun mit vereinten Kräften für die Errichtung der Gesamtschule in Sankt Augustin ein.
Der Schulentwicklungsplaner Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region in Bonn, bestätigte: „Der Standort Menden ist hervorragend für eine Gesamtschule geeignet.“ Natürlich sei Baulärm für das Lernen an einer Schule nicht klug, deshalb sei der Einzug der Gesamtschule stufenweise geplant, um mögliche Belastungen der Schüler und Lehrer so gering wie möglich zu halten. Schon ab dem kommenden Schuljahr würden alle Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Menden gleichermaßen von der Nutzung der Mensa profitieren können. Zunächst nur provisorisch errichtet, biete sie doch Kindern aller Schulformen die Möglichkeit, ein Mittagessen einzunehmen. Und noch einen Gewinn sieht Krämer-Mandeau in der Errichtung der Gesamtschule: “Die Stadt bekommt das 3. Abitur.“ Diese Möglichkeit entlaste auch die bestehenden Gymnasien.
Kritische Fragen musste sich die Stadtverwaltung gefallen lassen, als es um die Zukunft der Haupt- und Realschüler ging. Marcus Lübken griff dieses Thema auf und ging auf die aus seiner Sicht „massive Verunsicherung der Eltern“ ein, die aktuell von verschiedenen interessierten Kreisen betrieben werde. Insbesondere die Lehrerversorgung an der Realschule werde dort immer wieder in Frage gestellt. Er verwies auf deutliche Aussagen der dafür zuständigen Bezirksregierung Köln, die die Versorgung mit ausreichendem Lehrpersonal zugesichert habe. „Jedes Kind hat das Recht auf eine „Laufbahnsicherung“, bestätigte denn auch Greta Hoffmann, Leiterin der Gesamtschule Brühl. Dies bedeute, dass eine einmal eingeschlagene Schullaufbahn auch zu Ende geführt werden könne. Genau das werde den Schülerinnen und Schülern der Haupt- und der Realschule Menden zugesichert.
Frau Hoffmann referierte im Anschluss über die Inhalte der pädagogischen Arbeit an Gesamtschulen. Zuvor hatte Karin Görtz-Brose, stellvertretende Vorsitzende der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule NRW e.V., über ihre persönlichen Erfahrungen als ehemalige Schülerin einer Gesamtschule und heutige Mutter von zwei Kindern berichtet, die ebenfalls die Gesamtschule besucht haben. Sie hob hervor, dass das gemeinsame Lernen für die Schülerinnen und Schüler zunächst alle Bildungsmöglichkeiten bis hin zum Abitur offen lasse, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer Schulempfehlung. Die Errichtung einer neuen Gesamtschule wertete sie als große Chance für die Eltern, sich aktiv an der Gestaltung des Schullebens zu beteiligen und mit gestalten zu können.
„Die Schulempfehlung spielt bei der Aufnahme an einer Gesamtschule keine Rolle“, das betonte auch Greta Hoffmann in ihren Ausführungen. Zwar würden auch hier klare und transparente Kriterien für die Aufnahme zugrunde gelegt, diese orientierten sich aber nicht an den Empfehlungen der Grundschulen. Angestrebt werde allerdings eine Lernvielfalt, die auch eine spätere Differenzierung ermögliche, um Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur zu führen. Frau Hoffmann erläuterte anschaulich die Lerninhalte einer Gesamtschule und erklärte den Betrieb einer Ganztagsschule. „Natürlich müssen Kinder auch noch Hausaufgaben machen und Vokabeln lernen,“ so die Antwort auf eine der vielen Fragen, die die Eltern an die engagierte Schulleiterin stellten, die ausführlich Rede und Antwort stand. Verabschiedet wurden die Eltern mit dem Hinweis auf eine weitere Veranstaltung der Stadt Sankt Augustin, die für Januar 2011 geplant ist. Dort sollen sie mit ihren Kindern die Möglichkeit haben, sich vor Ort im Schulzentrum Menden zum Besuch der Gesamtschule beraten zu lassen. Terminankündigungen und aktuelle Informationen sind unter () zu finden.
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