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Ole Bischof - Begegnung mit dem Judo-Olympiasieger

25.03.11 : 10:15 : 416 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von H. Arno D.

Ole Bischof

Die Alumi Köln, die Ehemaligenvereinigung der Universität Köln, boten einem der erfolgreichsten Sportler der letzten Jahre eine Bühne.

„Der Weg zur persönlichen Spitzenleistung“

führt nach Ansicht und Erfahrung Ole Bischofs, 31, Judo-Olympiasieger 2008 in Peking (Klasse bis 81 Kilo) über
•klare SETZUNG VON ZIELEN (kurz-, mittel-, langfristig, beruflicher wie sportlicher wie persönlicher Art)
•Konsequente VORBEREITUNG
•TEAMARBEIT
•Inkaufnahme (nicht beeinflussbarer) äußerer Umstände
•Erfolgskontrolle
zum (angestrebten) Ergebnis.

Von der Stringenz persönlichen Verhaltens sei oft der minimale, aber entscheidende Unterschied zwischen „Gold“ und „Silber“ abhängig.
" Wenn ich beschließe, jeden Morgen fünf Kilometer zu laufen, dann LAUFE ich fünf Kilometer. Da gibt es keine Ausreden."
Natürlich gehöre in allen Lebensbereichen auch Glück dazu. Ohne das z. B. wäre er wegen einer kleinen, aber entscheidenden Verletzung trotz hoher Führung nicht in den Endkampf gelangt.
Unmittelbar vor dem Betreten der Matte (er siegte gegen einen Koreaner) hätten seine Gedanken einzig und allein der Frage gegolten: Wie betrete ich die Matte, wie fasse ich die Jacke das Gegners, was tue ICH als Erstes, was wird ER als Erstes tun, und nicht etwa der Frage, was wird, wenn ich wirklich Gold gewinne.
Mit anderen Worten:
Löse den nächsten ENGPASS, nicht den über- oder über-übernächsten. Zu dem wirst du gar nicht erst gelangen, wenn du den nächsten nicht erfolgreich schaffst.
Zurzeit studiert Bischof in Köln Volkswirtschaftslehre, „scheinfrei“, wie er stolz mitteilt. Irgendwann muss er sich der Diplomarbeit und dem nicht einfachen Examen widmen, aber das Auftreten des jungen Mannes, Gewandtheit, Körpersprache, Sicherheit, Authentizität, deuten darauf hin, dass er auch dabei seine Ziele erreichen wird.

"Zwanzig Wochen im Jahr bin ich in Sachen Judo unterwegs. Ich bin seit 2008 der Gejagte. Natürlich will jeder den Olympiasieger schlagen, Olympiasiegerbesieger werden, ist doch klar. Würde ich umgekehrt auch so sehen. 2012 London ist mein großes Ziel. Derzeit gilt es, sich zu qualifizieren. Hoffentlich bleibe ich verletzungsfrei.“

In der Diskussion kamen die GRUNDMAXIMEN des Kampfsports Judo zur Sprache. Bischof bestätigte, dass Charakterschulung von Klein auf (er begann mit etwa 14 Jahren, also relativ spät) statt finde
•RESPEKTvor dem Gegner, der oft auch Trainingspartner sei, und dem theoretisch gefährlichen Sport
•FAIRNESS, gerade wegen der Möglichkeiten dieser Kampfsportart.
Er trainiere häufig mit Jugendlichen, oft 100 und mehr. Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse sie entweder rasch verinnerlichen oder werde ausgeschlossen.
„Schon die Verbeugung vor und nach dem Kampf drückt die innere Einstellung aus. Wir bringen niemanden Würfe, Halte- oder Würgegriffe bei, der sie nicht nur zur Verteidigung einsetzt.“

Respekt, waren sich Zuhörer einig, daran mangele es in unserer Gesellschaft in zunehmendem Maße. Wenn z.B. jemand im Parlament sagen könne: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“ und später trotz krimineller Verfehlungen Außenminister (!) werden könne, sei das als Beispiel verheerend und exemplarisch dafür, was heute in Schulen gegenüber Mitschülern und Lehrern an der Tagesordnung sei.
Selbst im Geschäftsleben, an Hochschulen, in den Medien usw., werde das zunehmend problematisch.
Im Judosport hätte der gern großmäulig auftretende „Politiker“ umgehend die Rote Karte gesehen.
Nach dem Vortrag im fast voll besetzten Saal des Seminargebäudes traf man sich noch zu einem Gedankenaustausch. Dabei stellte sich heraus, dass er einen Schüler – Bischof ist auch Trainer am Bundesleistungszentrum Köln – besonders schätzt: Den jungen Benjamin (Benny) Münnich, dessen ersten Trainer auf dem Foto links zu sehen ist. Willi Steinke, 4. Dan, Cheftrainer Judo beim TV Hoffnungsthal, der schon viele erfolgreiche Schüler heraus brachte.
In der Mitte Ole Bischof, rechts H. A. Demant, Pressesprecher der Abteilung, Kölner Alumnus, Dipl. Kfm., der an der Uni Köln unter dem legendären Altmeister Willi Frantzen mit Judo begann.
Man war sich einig, dass von Persönlichkeiten wie Ole Bischof starke Motivationswellen ausgehen.
Ob es in Hoffnungsthal einmal zu einem Trainingstag mit Bischof kommt, hängt einzig von dessen Finanzierung ab.


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vlnr: Steinke, Bischof, Demant Ole Bischof bei der Siegerehrung (Hintergrund) in Peking 2008
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