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'Mr. Pumpernickel' (u. a.) auf der Couch

06.06.11 : 12:30 : 452 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von H. Arno D.

'Mr. Pumpernickel' Chris Howland, WDR, Moderator Klaus Kösler, DLF

Es ging spannend und höchst amüsant zu, vor leider etwas zu spärlicher Kulisse.

>>> mit CHRIS HOWLAND ('Mr. Pumpernickel'), Rundfunk- und Fernsehstar, Filmschauspieler, Sänger, Entertainer, Autor,
* Dieter HAPP, Schloss Eulenbroich, Alt-Bürgermeister,
* Bernd HEINERMANN, Coach, Psychologe, Bildender Künstler
* 'PETER' DEMANT, Krimiautor * zu seinem neuen Krimi 'Streckstrump-Satchmo'
* ROLF BELLARTZ, Autor * zu seinem neuen Rom an 6,7,8 und der bevorstehenden überarbeiteten TaBu-Ausgabe des vergriffenen Erstlings 'Die Strasse kannte die Antwort'

>> Musik: ULI TÜRK ('Mr. Guitar') und N. JORTZIG, Bass.

>>> Moderation: KLAUS KÖSLER (DLF), ein Super-Moderator

Die Jahresausstellung der Künstler in Rösrath K.I.R. wies neben den außergewöhnlichen Werken der teilnehmenden Künster einen weiteren Höhepunkt auf: Das Cross-Over aus Bildender Kunst, Literatur, Entertainment und Musik.

Klaus Kösler, DLF, schaffte es auf seine unnachahmliche Art und Weise, den gesamten Lebensweg Chris Howlands nachzuzeichnen, von den Anfängen als Plattenjockey beim Soldatensender BFN über den „Gastarbeiter“ beim damaligen NWDR, WDR, ARD und so manche Anekdote aus dem Moderatoren, Filmschauspieler-, Sänger- und Entertainerschaffen des Achtzigjährigen in Erinnerung zu rufen.
Stichworte wie Musik aus Studio B, Vorsicht, Kamera, Spielereien mit Schallplatten – Chris ist mit SMS heute noch jeden Sonntag Nachmittag auf WDR 4 präsent – motivierten zu spannenden Erzählungen. „Meine Zielgruppe ist eine einzige Hörerin, eine Frau mittleren Alters, die die Musik aus ihrer Zeit genau so liebt wie ich.“
Wer erinnert sich nicht an "Das hab' ich in Paris gelernt", "Und dann hau' ich mit dem Hämmerchen ..", "Fraulein" usw.?
Wie er zum NWDR kam – einfach den Pförtner nach dem Verantwortlichen fragen, wie sein Alter Ego Mr. Pumpernickel entstand, alles nachzulesen in seinen Lebenserinnerungen „Yes, Sir!“
„Als ‚Gastarbeiter’ sind Sie hier geblieben“, bemerkte Kösler. „Ja. Der Grund sitzt da vorne.“ Chris zeigte auf seine Frau, mit der er seit vielen Jahren in Hoffnungsthal lebt.

Bei vielen Älteren ist unvergessen, wie Chris, später Mal Sondock, der verkusteten Schlagerszene der Öffentlich-Rechtlichen Ende der Fünfziger aufmischten. Wir warteten damals sehnsüchtig auf die EINE wöchentliche Stunde, genau wie auf 'Dr. Jazz' Dietrich Schulz-Köhn auf WDR 2 am Montag und J. E. Behrend beim SWF.
Lichtstrahlen in dunkler Musikzeit.

Bernd Heinermann wurde ausführlich zu seinen vielen Begabungen und Professionen befragt: Psychiater, Coach, Bildender Künstler. „Ich versuche, jeden zweiten Freitagnachmittag in meinem Atelier zu sein. Meist gelingt das.“
Seine Plastiken entstehen „unter der Hand“. Manchmal ist er überrascht über das Ergebnis.
Über die Hauptprofession kann er wegen der Schweigepflicht wenig sagen.
Er verspricht, sich sich weiterhin für KiR einsetzen.

Altbürgermeister Dieter Happ, Präsident eines Karnevalsvereins, Organisator des Forsbacher Zogs, stets zuverlässiger Sänger in des MGV Concordia, plauderte locker, wie man ihn kennt, über seine Zeit als Bürgermeister, die Sorgen der Bürger, die ihn immer wieder bewegten, Wahlerfolge selbst gegen seine Partei, seinen Beruf als Buchdrucke, Setzer bei Lübbe, was ihm bei seiner Alleinkandidatur zu Pass kam, und sein neues Engagement im Verein Schloss Eulenbroich. Den KiR-Leuten konnte er keine Aussicht auf Ausstellungen in der Ortsmitte machen, so wird es bei dem großartigen, jedoch abgelegenen Ambiente der Stephanuskapelle in der Heide bleiben.

‚Peter’ Arno Demant wurde zu seinem neuesten Krimi „Streckstrump-Satchmo“ ausgequetscht. Er verriet, dass er derzeit an einer Übersetzung ins Englische arbeite. Massenweise würden englischsprachige, schwedische, sogar isländische und norwegische Krimis ins Deutsche übersetzt, kaum aber ein Deutscher ins Englische. Möglicherweise sei das ein Grund für die vermeintliche Qualität nordeuropäischer Werke.
Der dritte Krimi – nach „Die Stadtpaten oder die Müllmafia“ – einer Abrechung mit der dunklen Seite Kölns, dem Klüngel alias Mafia, dem „Millionärsflüster“, der ebenfalls auf authentischem Material der Sendung „Wer wird Millionär“ fußt (Kritiker feiern die Geschichte als „einzigartige, atemberaubende Gratwanderung in einer Livesendung, die einen schließlich um das Leben des Moderators regelrecht zittern lässt“) spielt im Jazzer-Milieu rund um das berühmte Kölner Lokal und Papa Joe’s Jazzmen, die „beste Jazzband weit und breit“.
Ein berühmtes Kornett des besten Jazzmusikers aller Zeiten, Louis Armstrong, spielen in einer „giftigen Geschichte um Neid, Hass und Gier“ mit vielen humoresken Einlagen eine entscheidende Rolle.
Demants Affinität zur Musik - er spielt heute noch drei Instrumente, in jungen Jahren „eher bescheiden“ Trompete – drückt sich auch in seiner Karnevalsbigband „De Foossfäjer“

www.unserort.de/Rösrath/nachrichten/Zehn+Jahre+Foossfäjer-Bigband-4d29b565014da185ae02.shtml

www.unserort.de/news/article/list-my/page/2

aus, was Dieter Happ ein anerkennendes Nicken entlockte. Die Band gilt als Qualitätsgarant und wird in den Zügen meist mit tosendem Beifall bedacht – eine absolute Rarität.
Kösler spielte auch auf die aktuellen gesellschaftlichen Themen an, die Demant in seinen Büchern aufgreift. „Autoren sind verpflichtet, das zu schreiben, was andere vielleicht nur noch zu denken wagen“, sei die Maxime. So habe das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Schriftsteller – gerade fand ihre 25. Criminale in Mönchengladbach statt – mit klarer Kante zu Drohungen gegen eine Kollegin Stellung genommen, die den Krimi schreibe: „Ehre, wem Ehre gebührt“. Sie sei von islamischen Fundamentalisten mit Mord bedroht worden. Heftige Kritik habe damals der Droste-Verlag (Rheinische Post u. a.) einstecken müssen, der vor den Satanskriegern eingeknickt sei. Ein anderer Verlag sei in die Bresche gesprungen.
Ja, auch er, Demant, sei wegen der „Stadtpaten“ bedroht worden. Aber als erprobter Judoka sei das ein Risiko für etwaige Angreifer.
Die zu registrierende Zurückhaltung mancher lokaler Medien subsumiere er unter dem bekannten Motto: Der Prophet im eigenen Lande ..“.
Der Moderator zitierte begeistert aus dem Roman. Besonders der erste Satz „Galgenäste ragten in die Dämmerung“ hatte es ihm angetan, da ahne man schon, dass Ungutes den Leser erwarte, zudem die treffsichere Schilderung von „Typen“ wie dem Staatssekretär Schwimmflügel:

www.unserort.de/Rösrath/nachrichten/Streckstrump-Satchmo%2C+der+1.Jazzerkrimi-4d078250e4534278ae02.shtml

Demant bestätigte, dass man als Autor, der Qualität schreiben will, manchmal um jeden Satz ringe. Zum berühmten „Ersten Satz“ gebe ganze Traktate, Forschungen, Seminare. Ihm sei das Ringen um Qualität in der Kreativen Schreibwerkstatt der VHS von Marianne Bruns nahe gebracht worden. Auch die ersten Sätze seiner übrigen Krimis hätten es in sich, wie Kritiker und Leser bestätigten.

Rolf Bellartz berichtete von seiner neuesten Road Novel „Sechs, sieben, acht“, die anders als die beiden Vorgänger eher zum Schmunzeln anrege. In der Mache sein eine stark überarbeitete, gekürzte, wesentliche gestärkte Taschenbuchauflage von „Die Straße kannte die Antwort’ sowie ein viertes Buch, das in der Dordogne spiele, kriminalistische Elemente enthalte, dessen Titel jedoch noch nicht fest stehe.
In der Dordogne seien auch seine Ausstellungsfotos entstanden.
Die neue Geschichte werde eher tragische Elemente enthalten udn verfüge über einen wahren Kern.

Bellartz ließ mit seinen Anmerkungen zu bislang eher vagen Plänen des Quadratkreis Verlages für ein zweijähriges Crossover lokaler Kriminalliteratur, Bildender Kunst und Musik aufhorchen, wollte Näheres allerdings noch nicht preisgeben.
Siehe
www.unserort.de/Rösrath/nachrichten/Road+Novel+-+Der+neue+Roman+von+Rolf+Bellartz+ist+da!-4af54fad89b283d8ae02.shtml

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die hervorragenden Musiker Uli TÜRK, Gitarre und Gesang, und N. JORTZIG, Bass. Mit „Yesterday“ von den unsterblichen Beatles begann der Abend und führte über Tucholsky zu einigen musikalischen Rock-Höhepunkten.

Der QUADRATKREIS Autorenverlag bedankte sich mit einem Bücherpakt für das ehrenamtliche Engagement.


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'Peter'  Arno Demant Bernd Heinermann mit Klaus Kösler, DLF Alt-BM Dieter Happ und K. Kösler
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