Der Beginn einer neuen Zeit
28.07.10 : 13:06 : 559 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von Lea Offermann
Etwa 30 Minuten dauert die Fahrt von Overath nach Köln/Messe Deutz mit der RB 25. Während der Fahrt passiert man den Hoffnungsthaler Tunnel und Rösrath, bis man schon von weitem die zwei Domspitzen der Millionenstadt erblicken kann. Die Verbindung nach Köln ist zügig und gut geregelt. Das macht sie vor allem für Pendler attraktiv, die lieber im Grünen wohnen, aber auch nicht auf eine schnelle Verbindung zur Domstadt verzichten möchten. Die Fahrten der RB25 werden so gut genutzt, dass sie voraussichtlich öfters fahren soll. Hinzukommt die Planung auf Overather Stadtgebiet eine neuen Haltestelle in Vilkerath zu errichten.
Die schnelle Verbindung nach Köln gibt es bereits seit 100 Jahren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fuhr der Zug umständlich über Siegburg nach Köln . Durch die neue Strecke, die 1910 ins Leben gerufen wurde, konnte die Fahrtzeit immens verkürzt werden. Doch der Weg bis dahin war steinig. Die Industriealisierung kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland in Schwung. Zu dieser Zeit wurde viel geplant und Eisenbahnprojekte standen an vielen Stellen an oberster Priorität. In den 1880er Jahren wurden nach vielen Unterredungen und Debatten um die Baukosten die Strecke von Siegburg über Lohmar, Donrath, Wahlscheid, Overath, Vilkerath, Ehreshoven, Loope, und Engelskirchen nach Ründeroth erbaut. Für Overath bedeutete dies der Beginn einer neuen Zeit.
Der Bau der neuen Bahn lockte auch Menschen aus dem Ausland an. Zahlreiche Arbeiter, die nur zu Gast in Deutschland waren, wurden durch die Bahn angezogen. Die Meisten kamen aus dem Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn und aus Italien.
Im Jahre 1907 arbeitet man daran, die Bahnstrecke etwas zu verändern. Man wollte eine schnellere Verbindung schaffen. Ein Tunnel nach Hoffungsthal, über Adelenhof stand im Gespräch. Diese Planung konnte die politischen Hürden nehmen. Ende Oktober 1909 wurde der Hoffnungsthaler Tunnel vollendet. Mit Millimeter genauer Arbeit hatten die Ingenieure und Vermesser die richtige Stelle für den Durchbruch gefunden. Die Kosten der neuen Bahn summierten sich. Laut einer Zeitschrift sollen sie sich auch acht Millionen Deutsche Markt belaufen haben. Damit war die Bahn viel teurer als es zu Beginn vereinbart wurde. Dieses Problem scheint bis heute brandaktuell zu sein. Häufig hört man in den Nachrichten, dass bei öffentlichen Projekten der finanzielle Rahmen überschritten wurde. Die Bahnstrecke war genau 27 Kilometer lang. Am Samstag den 30. Juli war es soweit. Die Strecke wurde mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet. Ein gesonderter Zug befuhr mit den Ehrengsten die neue Linie. Überall konnte man Fahnen sehen und die Bevölkerung tat seinen Jubel kund. In Hoffungsthal wurde die Festgesellschaft vom Bürgermeister am Bahnhof empfangen. Anschließend wurde gefeiert und der Erfolg betrunken.
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