DIE LINKE. kritisiert den offenen Brief der Realschule zur Gemeinschaftsschule
12.06.11 : 18:12 : 220 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Martin Beinersdorf für
DieLinke.Much
Ende der vergangenen Woche erschienen in mehreren Zeitungen ein "Offener Brief" der Realschule Much. Das Kollegium versuchte in diesen Artikeln um Verständnis für ihr Verhalten zu werben, die Informationsgespräche über die geplante Gemeinschaftsschule Much/Ruppichteroth boykottieren zu müssen.
Der Sprecher der Linken in Much Martin Eckhardt dazu: „Totalverweigerung ist kein guter Ratgeber. Im Politikunterricht werden den SchülerInnen immer verschiedene Meinungen vorgestellt, damit sie ihre eigene Meinung bilden können. Die Realschullehrer sind hiermit für unsere Kinder kein gutes Beispiel, wenn sie sich dem demokratischen Prozess verweigern.“
Der Mucher Gemeindevertreter Gerd Binder ergänzt: „Wenn die Lehrer der Realschule so gute Argumente haben, warum wollen sie uns davon nicht überzeugen? Auf Landesebene hat der Realschullehrerverband Lehrer NRW ebenfalls mit Totalverweigerung die Bildungskonferenz der Landesregierung brüskiert. Am Ende waren sie aber selber die Verlierer. Lassen wir es nicht zu, dass am Ende die Lehrerinnen und Lehrer sowie die SchülerInnen und Eltern unserer Realschule durch einzelne Egoismen zu Verlierern werden.“
Weiter führt die Sprecherin der Linken in Much Eveliene Beinersdorf aus: „Wir stellen nicht die gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in der Realschule infrage. Es geht vielmehr um einen gesellschaftlichen Diskurs über die Weiterentwicklung der Bildung in Much. Daher gehen die meisten angeführten so genannten 'Gründe' am Thema vorbei. Die Aussage: 'Das gemeinsame Lernen in der Orientierungsstufe ist schon in mehreren Modellversuchen gescheitert.' ist eine Aussage ohne Wert. Ob Bundesländer wie Niedersachsen diesen Weg wieder rückgängig machen wollen, ist irrelevant, da in NRW sich alle Verbände und Organisationen der Bildungslandschaft auf ein längeres gemeinsames Lernen anlässlich der Bildungskonferenz geeinigt haben. Hier wird Qualität mit Ideologie verwechselt.“
Aus Ruppichteroth empört sich der Gemeindevertreter Frank Kemper: „Wer so mit Desinformation und Falschinformationen agiert wie in dem offenen Brief und sich einfachsten demokratischen Gepflogenheiten verweigert, handelt genauso wie jemand, der seine Schüler, die Eltern und das Kollegium bei Wahlen zum Nicht-Wählen auffordern würde. Nämlich undemokratisch, eigensinnig und engstirnig.“
Wir meinen also: das Verhalten des Zirkels rund um den Realschulrektor ist inakzeptabel. Eine Informationsveranstaltung zu boykottieren ist absolut kontraproduktiv. Wie kann ich gegen etwas sein, wenn ich die Infos zum Thema nicht habe (haben will)? Hier werden nur persönliche Eitelkeiten befriedigt, der Blick auf das Wohlergehen der Kinder findet leider nicht statt. Much hat in der Tat eine sehr gute Realschule und ebenfalls eine sehr gute Hauptschule. Beide Schulen stehen schon heute räumlich zusammen - ein Zusammenwachsen der beiden Schulen wäre weder logistisch noch fachlich ein wirkliches Problem - im Gegenteil, eine zusätzliche gymnasiale Oberstufe wäre möglich und die Kinder müssten nicht mehr in Nachbarorte pendeln. Much würde zusätzlich an Attraktivität gewinnen! Auch die Elternbefragung lief positiv pro Gemeinschaftsschule. Aber eine kleine Gruppe versucht nun massiv Stimmung für eine antiquierte Schulform zu machen und die BürgerInnen zu verunsichern. Ein unwürdiges Schauspiel!
Weitere Infos unter www.dielinke-much.de
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