Landaulyrik
05.01.10 : 21:54 : 113 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von Birgit H.
Landau, ein Septembersamstag IKinder mit dreierlei farbigen Luftballons,die Kutsche fährt ratternd vorbei,Pferdeausdünstung.Hufe klappern leiser,verhallen im Vielstimmengemurmel,es ist Wahl"kampf"zeit.Wahlmöglichkeit zwischen vier Farben,Wirtschafts- und Energiekrise,Sicherheit versus Freiheit,doch die Arlet sind mir am liebsten.Schwere Taschen ziehen am Arm,sonnige Herbstwinde saugen an Fingern.Die Jacken fest verschlossen,eine Blaskapelle spielt putzig in der Ferne,die Menschen blicken beschalt.Der Kandidat kämpft konzeptlos,elf Schülerfragen sind ihm zuviel,ein anderer kämpft mimikfrei.Meine Wahl ist ohnehin gefallen.Ich habe vier Bekannte getroffen,an meinen eigenen Netzen geknüpft.Kinder mit viererlei farbigen Luftballons.Der stille Mahner ist alt geworden,zwischen Gehilfe und Plakatstange.Landau, ein Septembersamstag IIDer Fluss betritt die Bühne unter den Zweigen,der Herbstwind ist sein Spielgeselle,eingemauert in die Gerade strebend,von dicken, roten Quaderngenötigt,seiner Bestimmung entgegen,lustbetont, geräuschend.Hinter den turmhohen Mauern,struppige Ödnis mit einzelner Goldrute,braune, harte Gräser erhoben sich über Gleichmaß-Betonsteine,von hitzender Senge gezeichnet,dürr und stolz.Eine junge Eberesche zeigt scheu ihre ersten Früchte.Der eintönig vereinsamte Garagenhofgesellt sich hinzu,von Gestrüpp gekrönte Schuttwälle,begrenzt von einer Ziegelwand,endlich.Sie schützt das gelbe Haus mit Holzfensterläden.Das Hochhaus dahinter rahmt den Blick.Er gleitet durch das verlassene Spinnennetz,welches der Herbstwind beutelt.Die Flussgewächse tanzen mit schwungvollen Armen,deren Fingerspitzen ertasten die Oberflächevon unten.
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