US-Heuschrecke plündert Kölner Sozialwohnungen
09.04.10 : 15:38 : 446 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von Christoph H.
„Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat“, dichtete Nietzsche vor über 100 Jahren, doch auch heute verschärft sich für viele Kölner Bürger ihre finanzielle Lage mit jedem Tag dramatisch und weckt nackte Existenzängste. Viele wissen trotz Arbeit nicht, wie sie die nächste Miete bezahlen sollen. Und wer schon keine Arbeit mehr hat, dem zahlt das Amt nicht mehr als den geringen Mietzuschuss.
Somit sind immer mehr Bürger mit einem Mal auf Sozialwohnungen angewiesen. In Nordrhein-Westfalen existierte dafür glücklicherweise die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) mit über 93.000 Wohneinheiten. So zumindest die Lage bis 2008. In diesem Jahr entschloss sich nämlich die Landesregierung unter NRW-Finanzminister Helmut Linssen und NRW-Wohnungsminister Oliver Wittke (beide CDU) dazu, die LEG für 787,1 Mio. Euro kurzerhand an die US-Investmentbank Goldman Sachs zu verkaufen. Der Zuschlag ging an eine Tochterfirma: „Whitehall“.
Sozial schwache Mieter und Bedürftige der LEG können sich deshalb dieser Tage mit einem profitorientierten Turbo-Kapitalisten-Komplex herumschlagen. Viele befürchten nun, in den kommenden Monaten ausgequetscht zu werden, und wundern sich, dass der Verkauf damals so schnell und problemlos vonstatten gehen konnte.
Martin Krämer vom Aktionsbündnis „Zukunft der LEG“ weiß: Nicht nur sind die Mieten in den Objekten bis zu vereinzelt 20% raufgesetzt worden, auch die Investitionen für die Instandhaltung der Wohnungen hat man sofort drastisch reduziert. Über kurz oder lang muss man mit massiven Problemen an der Bausubstanz rechnen. So können jetzt im Frühjahr gehäuft undichte Rohre, feuchte Wände und Schimmel auftreten. Diese Entwicklung beobachtet man auch deshalb mit großer Sorge, da hier die Gesundheit der Bewohner massiv leitet. „Den Investmentbankern geht es nur um das schnelle Geld. Sie leihen sich Geld von den Kapitalmärkten, zu niedrigen Zinsen, investieren es in die Wohnungen, und sobald Probleme auftreten, zieht man weiter.“
So geschehen jetzt in Rheinberg. Hier gab es besonders viele Probleme in den Wohnungen, Mängel wurden nicht beseitigt, die Mieter wehrten sich. Die Bank antwortete auf ihre Weise: Seit kurzem haben die 575 Wohnungen in Rheinberg einen neuen Besitzer. So werden die Sozialwohnungen zum Wanderpokal und die Mieter zur Zielscheibe für die Kanonenbootpolitik der Banken.
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bei unserem wohnhaus hat letztens auch der besitzer gewechselt, ist jetzt eine bank aus schottland, rockridge oder so... als erstes wurden mal alle mieten um 10 euro raufgesetzt, ohne begründung...