Sal. Oppenheim: Razzia im tiefsten Kölner Klüngel
15.04.10 : 17:00 : 388 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von Christoph H.
Ermittlungen wegen Untreue in Millionenhöhe
Die Fahnder kamen in den frühen Morgenstunden: Sowohl in Frankfurt als auch in Köln ließ die Staatsanwaltschaft Räumlichkeiten der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim durchsuchen, 40 Beamte stürmten die Räume, beschlagnahmten Akten und Festplatten. Zu groß war der öffentliche Druck geworden, zu laut die himmelschreiende Selbstbedienungsmentalität hinter den Kulissen der Bank.
Lange schon hatte nämlich die Aufsichtsbehörde Bafin die zweifelhaften Kreditgeschäfte der Alteigentümer kritisiert: Bevor die Bank dieses Jahr in den Besitz der Deutschen Bank überging, genehmigte sich die vierköpfige ehemalige Führungsriege um Georg von Ullmann, Christopher Freiherr von Oppenheim und Matthias Graf von Krockow unfassbare Kredite. Über 680 Mio. Euro sollen sich die ehrenwerten Herren großenteils ohne jedwede Sicherheiten in die eigenen Taschen geleitet haben. Der Zinssatz für diese Kredite: Nur 1,5 Prozent, deutlich weniger also als die jährliche Inflationsrate, geschenktes Geld sozusagen.
Geld drucken zum Nulltarif. Damit dürfte nun erst einmal Schluss sein. Denn die Führungsriege war schon im Winter unter Druck geraten und nach dem Verkauf an die Deutsche Bank zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Untreue. Eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe droht. An letzterem dürfte es den Beschuldigten wohl nicht mangeln.
Beitrag teilen:
Facebook
Twitter




Facebook
Twitter