Landrat Kühn: Wo beginnt Korruption?
24.04.10 : 14:04 : 310 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von Christoph H.
Es sind bemerkenswerte Deals, die Landrat Frithjof Kühn dieser Tage für sich ausgehandelt hat: Unfassbare 46 Nebenjobs hat ihm sein gutes Näschen bereits beschert. Die meisten davon offenbar bei RWE. Das Gehalt? Allein für den jüngsten Posten im Aufsichtsrat des Energieversorgers fließt eine sechsstellige „Aufwandsentschädigung“.
Doch wie sind diese Verpflichtungen mit seiner Tätigkeit als Landrat zu vereinbaren? Das Geld wolle er dem Kreishaushalt zur Verfügung stellen, behauptet der CDU-Mann. Der Energie-Konzern stellt gleichzeitig aber klar, die Gremienmitglieder könnten völlig frei mit ihrem Salär umgehen. Wofür gibt ein Energiekonzern Hunderttausende Euro in die Taschen eines Landrats?
Bereits seit 1995 tingelt der Politiker durch die verschiedenen Regionalbeiräte, Verwaltungs- und Aufsichtsräte des Konzerns. Und nicht nur er ist offenbar eine Schachfigur der RWE Energy AG geworden. Auch Wolfgang Reiniger (CDU), ehemaliger Oberbürgermeister von Essen, Gerhard Langemeyer, abgewählter OB von Dortmund, und Dagmar Mühlenfeld, OB von Mühlheim, sind in den Unternehmensräumlichkeiten beinahe eher zu Hause als in ihren Rathäusern.
Bürgerinitiativen wie die Mühlheimer MBI fordern seit Jahren mehr Transparenz und Kontrolle, was die dubiosen Verwaltungsratsaktivitäten ihrer Politiker angeht. Sie bemängeln, dass diese in einem Interessenskonflikt zwischen den Interessen der Bürger und denen des Konzerns stünden. Aber nicht nur die eigenen Bürger fühlen sich bei manchen Entscheidungen des RWE-Konzerns übers Ohr gehauen: Aktuell bestimmt Landrat Kühn als Teil des Aufsichtsrats von RWE Energy, ob in Rumänien ein neues Atomkraftwerk gebaut wird.
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