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Klüngel für alle - Postenkorruption

18.06.10 : 15:55 : 353 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von H. Arno D.

Klüngel für alle, lautet bekanntlich das Kölner Motto.

Dass man sich selbst dabei dumm - dümmer – grün anstellen kann, könnte man seit spätestens 1991/92 wissen.

 „Wieder scheitert Anlauf zur Kandidatenkür“, barmt D. Schmalenberg im KStA am 17.6.2010.

Der RP Lindlahr (CDU!) hatte Anstoß daran genommen, dass bereits Tage vor Ablauf der Bewerbungsfrist öffentlich bekannt wurde, wen RotGrün zum Kämmerer zu wählen gedachte: Gabriele C. Klug, derzeit Kämmerin zu Wesel, einer Millionstadt (?) am Niederrhein.

Dass es eine Frau sein musste, war spätestens nach dem an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Scheitern des IT-Fachmannes Jörg Franck* klar, dem der RP – bereits damals übelst beschimpft von RotGrün – jedwede Qualifikation für das Amt der mit Schulden in Milliardenhöhe streng genommen pleiten Millionenstadt Köln.

Zwei Bewerber haben sich über das Skandälchen mokiert. Mehr als das ist es nicht. Semper fidelis:

Dat hammer schon immer esu jemaaat.

Do künnt jo jeder kumme!

Für die externen Bewerber spricht nicht unbedingt, dass sie sich beschweren. Denn: Wer sich in Köln auf derartige Posten hin bewirbt, beweist damit bereits mangelnde Qualifikation, Menschen– und Situationskenntnis.

Egal, ob der Posten (!) grün, rot, schwarz oder gelb ist – Postenkorruption ist die oberste Maxime im hillige Kölle, nebenbei leider eine der schmutzigsten Städte dieses Landes.

Nachzulesen in dem Krimi „Die Stadtpaten oder die Müllmafia“, Schardt-Verlag, aber auch bei den Scheuchs in ihrem „Schwarzbuch“ Cliquen, Klüngel und Karrieren, Rowohlt.

Genau deshalb ist Köln so arm dran, in beinahe jeder Hinsicht. Die vollmundig verkündete „Bestenauslese“ hat hier nur ganz, ganz selten funktioniert.

Seit 1991 hat sich nichts geändert. Wen scheren in Köln schon Peinlichkeiten? „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert", sagt das Sprichwort.

In Köln ist man ungeniert peinlich. Das scheint zum Habitus von Rat und Verwaltung zu gehören wie Pech zum Schwefel.

Kölns Ruf als Hauptstadt der Korruption ist seit den frühen Neunziger Jahren unrettbar kaputt. Nachzulesen in dem erwähnten dokumentarischen Krimi „Die Stadtpaten oder die Müllmafia“.

Zum Schreien komisch, dass die Grünies sich nun über die SPD empören: „Rot-Grün in der Krise“, am 18.6. im KStA zu lesen. Misstrauen, Verärgerung und gegenseitige Vorwürfe konstatiert der gute Andreas Damm.

Die Grünen haben nichts begriffen. Bereits 1991 wurden sie am Nasenring durch die Arena gezogen, nachzulesen in dem Krimi, s. o. Damals kandidierte der Grüne Lahl, gerade in Bielefeld gefeuert, für den Posten des Chefs der künftigen Abfallverwertung, der späteren AVG.

Den eigentlich dafür ausersehenen Dezernenten für Abfallwirtschaft usw. Keil, SPD, hatte man in die Wüste geschickt, v. a. weil er sich hartnäckig weigerte, die Finanzmaschine der Roten zu ölen.

Auf „unerklärliche Weise“ weinten die damaligen SDP-Oberen (Heugel, Ruschmeier, Rüther, Klefisch) ins Kopfkissen, scheiterte der Kandidat zwei Mal im Rat. Ihm fehlten stets exakt zwei Stimmen der Linkskoalition.

Schuldzuweisungen gegenseitig. Krach. Gebrüll. Gelächter in der Toscana, bei der Rotweinfraktion ...

Dejà vu.

Alles nachzulesen in dem erwähnten Krimi.

Wie das berühmt-berüchtigtee Karnicke zauberten anno 1991 die SPD-Stadtpaten den inzwischen wegen Korruption in bis dahin selbst in Köln unbekanntem Ausmaß zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilten "Mann für alle Fälle" Eisermann (dreimal dürfen Sie raten! Grüne? Nein! Natürlich - SPD) aus dem Hut. Aus dem Hut? Der Flurfunk im Stadthaus wusste das bereits Wochen zuvor. Der Auserwählte leitete damals das Hauptamt und hatte von Abfallwirtschaft und der Leitung einer Firma so viel Ahnung wie – na, sagen wir, die Kuh vom Tango.

Der eigentliche Skandal liegt diesmal jedoch wo anders.

Eine Beatrix Lampe kommentiert im KStA, ebenfalls am 17.6.: „Die Nennung von Kandidaten vor Ende der Frist ist aber ein alltäglicher Vorgang“.

Einspruch, Frau Lampe!

Nicht ein Kandidat, sondern die bereits beschlossene Auswahl sickerte durch. Aber – vielleicht ist die Dame bereits damit an Ihre Grenzen gelangt.

„Es stellt sich die Frage nach den Motiven des RP. Geht es dem Christdemokraten allein um ein faires Verfahren oder sind politische Interessen im Spiel?“

Dunnerknispel!

Das stößt giftsauer auf. Nicht die elementare Unfairness, gepaart mit Dummheit oder Chupze, wird verantwortlich gemacht, sondern derjenige, der Unregelmäßigkeiten nicht mit macht.

Dieser Zeitung liegt also wohl eher nichts an einem demokratisch und rechtsstaatlich einwandfreien Verfahren.

Sie macht sich zum Teilnehmer am Klüngel, zum Sympathisanten, zum Förderer. Vermutlich auch zum Profiteur. Sie bagatellisiert die Postenkorruption, die Köln zur „Hauptstadt der Mittelmäßigen“ (Kurt Rossa) machte.

Nichts Neues.

Vielleicht braucht die Dame und Herr Damm Nachhilfe in Klüngelei:

Könnte es sein, dass die SPD gezielt diese Indiskretion streute? Um den Grünen, über die sie sich klammheimlich mokieren, wie anno 1991 mal wieder eins auszuwischen?

Die jetzige Generation der Stadtpaten hat schließlich ihre Lehrjahre noch bei der „Müll- und Spendengeneration“ absolviert.

* www.unserort.de/Rösrath/nachrichten/Do+you+speak+Klüngel+-+Die+Stadtpaten+oder+die+Postenmafia-4b4b4f922822018bae02.shtml


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Kommentare
Christoph H.
Christoph H. : 19.06.2010 : 16:12 : Verstoß melden
schlimmer gehts immer.
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H. Arno D.