Biotop wird zur Todesfalle- Wasservergiftung im Aachener Weiher
20.07.10 : 17:44 : 622 mal gelesen : Verstoß melden
geschrieben von Lea Offermann
Heute sah man nur noch 5 Enten auf dem Aachener Weiher schwimmen. Diese hatten einmal über 100 Artgenossen. Doch diese sind in den vergangenen Tagen an Botulismus gestorben. Verursacht wurde die Vergiftung durch das giftige Bakterium Clostridium botulinum, das sich bei den hohen Temperaturen explosionsartig im Bodenschlamm vermehrt. Über die Todesursache der Vögel hat man auch zwei Wochen nach den ersten Funden der toten Tiere nicht. Die Stadt lässt zurzeit Wasserproben untersuchen, aber das Ergebnis liegt noch nicht vor.
Erst Montagmorgen wandte sich die Stadt an die Feuerwehr. Sie bekam den Auftrag zwei Pumpen zu installieren, die den Teich jetzt stündlich mit 170 000 Liter Frischwasser versorgen. Ein Versuch die letzten verbliebenen Karpfen und Schleien zu retten. Weit mehr als 100 Tiere sind in den letzten Tag im den sauerstoffarmen Gewässer verendet. Es hat sich niemand drum gekümmert. Tagelang faulten die Kadaver auf den Spazierwegen oder an der Wasseroberfläche vor sich hin. Die kräftige Sonne tat ihren Soll dabei. Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes erbarmten sich am Montag und sammelten die Kadaver ein und entsorgten sie. Die Stadt sagte aus, sie würde sich jetzt bemühen jeden Tag das Wasser zu kontrollieren und darauf zu achten das alle Tiere gesund sind und nicht verenden. Für die Anwohner und Spaziergänger sind dies alles leere Versprechen, denn was soll man schon groß kontrollieren in einem Teich in dem kein Leben mehr ist. Die Stadt pflegt den Weiher einfach nicht genug und diese Eutrophierung war nur eine Frage der Zeit. Aber die Schuld liegt nicht nur bei der Stadt allein. Die vielen Spaziergänger und Sonnenbader füttern die Tiere vor allem jetzt, während der Grillzeit, haufenweise mit Brot oder Tost. Dabei gilt an allen Kölner Gewässern ein Fütterungsverbot. Denn die tötenden Bakterien ernähren sich hauptsächlich von zugrunde sinkenden Futteresten.
Bei diesen Temperaturen ist nicht nur der Aachner Weiher einer Eutrophierung ausgesetzt. Gerade in einer Metropole wie Köln sind alle Gewässer gefährdet, die nicht mit Fließgewässern in Kontakt stehen. Sie müssen mit Sauerstoff angereichert werden und durchmischt werden um einem drohenden Umkippen vorzubeugen.
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