Zukunft der Bäume auf der Kaiserstraße nicht gesichert -FAZ 4.2.2012
07.02.12 : 17:26 : 43 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Petra B. für
Bürgerinitiative Pro Baum- Friedberg 21
Naturzustand
Zukunft der Bäume ist noch nicht entschieden
03.02.2012 · Weil die Wurzeln der alten Linden an der Friedberger Kaiserstraße in die Kanäle eindringen, könnten sie mit der Umgestaltung der Einkaufszone gefällt werden.
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© dapd
Um die Idylle ist es nicht nur hier in Essen schlecht bestellt, auch in Friedberg müssen die Bäume evtl. einem Einkaufszentrum weichen.
Auch ein knappes halbes Jahr nach einer Bürgerversammlung zur geplanten Umgestaltung der Kaiserstraße steht noch nicht fest, ob die zum Teil mehr als hundert Jahre alten Linden gefällt werden oder nicht. Auf einer gemeinsamen Sitzung von mehreren Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung und des Ortsbeirats der Kernstadt teilte der Leiter des städtischen Tiefbauamts, Tobias Kolckhorst, am Donnerstagabend rund 80 Zuhörern mit, dass sich große Teile der Kanalisation unter der Kaiserstraße in einem schlechten baulichen Zustand befinden. Teilweise müssten die Kanäle auch wegen eindringender Baumwurzeln grundlegend erneuert werden.
Seine Aussage, dass aus seiner Sicht „keine Kanäle überbaut werden sollten“, machte einige Mitglieder der Bürgerinitiative Pro Baum-Friedberg 21, die sich für den Erhalt der Baumreihen einsetzt, hellhörig. Die Initiative hatte im vergangenen Jahr 3.500 Unterschriften gegen die geplante Fällung aller Bäume an der Kaiserstraße gesammelt und Bürgermeister Michael Keller (SPD) überreicht. Jürgen Schmalfuß, der Sprecher der Bürgerinitiative kritisierte, dass die Stadtverwaltung das Plädoyer der Bürger für den Erhalt der Baumreihen nicht entsprechend würdige.
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Der Kaiserstraße soll „ein neuer Rhythmus mit neuen Impulsen gegeben werden“
Horst Weitzel, der Fraktionsvorsitzende der Grünen und Vorsitzende des Ausschusses für Bauwesen, Planung, Umwelt und Konversion, sagte, es gebe noch „keine Vorfestlegung“ zur Gestaltung der Hauptdurchgangsstraße. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Götz, die Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses ist, sprach von „Zielkonflikt“. So müssten gestalterische und funktionale Aspekte mit den Anregungen und Wünschen vieler Bürger in Einklang gebracht werden.
Der Architekt Matthias Kölsch präsentierte den städtischen Gremien einen überarbeiteten Konzeptentwurf des „Friedberg-Forums“. Dem Forum gehören Vertreter des Friedberger Stadtmarketing- und Verkehrsvereins, des Vereins „Friedberg hat’s“, des Gewerbevereins Region Friedberg, der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg sowie des Vereins Haus und Grund und die Gemeinschaft der Wirte in Friedberg an. Nach den Vorstellungen des Forums solle der Kaiserstraße „ein neuer Rhythmus mit neuen Impulsen gegeben werden“, sagte Kölsch.
Die Kaiserstraße benötige „mehr Flair“, um für die Bürger attraktiver zu werden
Der Architekt plädierte dafür, die Straße als Marktplatz und Eventfläche mit großzügigen Plätzen und Kreisverkehren zu gliedern. Kreisel sollen nach den Vorstellungen des Friedberg-Forums auch den Elvis-Presley-Platz an den Einmündungen der Wolfengasse und der Haagstraße in die Kaiserstraße begrenzen. So sollte nicht bloß die Fahrbahn betrachtet werden, an der entlang die Flächen neu gestaltet werden. Stattdessen müsse der komplette Stadtraum vom Platz vor der Einfahrt in die Burg bis zum Europaplatz als Einheit gesehen werden. Diese große Fläche gelte es zu gliedern und an die Bedürfnisse der Bürger, Passanten, Händler und Verkehrsteilnehmer anzupassen.
Das Areal vor dem Burgtor will das Forum als großzügigen freien Raum gestalten. Das Areal des Elvis-Presley-Platzes könnte nach den Vorstellungen der Initiative durch eine einheitliche Pflasterung markiert werden. Friedrich-Wilhelm Durchdewald sagte als Sprecher des Forums, die Kaiserstraße benötige „mehr Flair“ und müsse für die Bürger attraktiver werden.
Die Umgestaltung der Einkaufsstraße dürfe „nicht an der Ladentür enden“
Bürgermeister Keller sagte, es sei noch zu früh, um eine Aussage zur Zukunft der Bäume zu treffen. Er sprach sich abermals dafür aus, die Kaiserstraße als Gesamtensemble zu sehen. Neben der Fahrbahn, den Gehwegen und den Baumreihen gehörten zu ihr auch die zahlreichen unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus mehreren Epochen, die von den großen Bäumen weitgehend verdeckt würden. Keller sprach sich dafür aus, im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Kaiserstraße die Kanalisation zu erneuern. Die Umgestaltung der Einkaufsstraße dürfe auch „nicht an der Ladentür enden“. Es sei geplant, im Zuge des Sanierungsprogramms Umbauten von Geschäften und Gaststätten finanziell zu fördern.
Nach den Worten Kellers wird der Magistrat nun die Anregungen aus der Bürgerschaft gewichten und bewerten und den Stadtverordneten eine Beschlussempfehlung zur Abstimmung vorlegen. Vorgesehen ist, noch vor der Sommerpause über die künftige Gestaltung der Kaiserstraße zu entscheiden. Mit den Arbeiten zur Umgestaltung des Elvis-Presley-Platzes soll nach Worten Kellers im nächsten Jahr begonnen werden.
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