Schmallenberg-Virus erreicht Schafbestände im Rheinisch-Bergischen Kreis
19.01.12 : 16:03 : 37 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Rheinisch-Bergischer Kreis
– Kreisveterinäramt bittet Schafbauern um Meldung verdächtiger Fälle
Das sogenannte Schmallenberg-Virus ist im Rheinisch-Bergischen Kreis angekommen. Beim Kreisveterinäramt meldeten sich zwei Schafhalter aus Burscheid und Wermelskirchen, die einen entsprechenden Infektionsverdacht bei ihren Schafherden äußerten. Sie erklärten übereinstimmend, dass in den vergangenen Tagen missgebildete Lämmer tot geboren wurden. Unnatürlich verdrehte Köpfe, verkrümmte und versteifte Vorder- und Hintergliedmaßen der tot geborenen Lämmer traten symptomatisch auf. Bislang gibt es für diese Erkrankung keine Meldepflicht in Deutschland. Nach bisherigen Erkenntnissen ist der Erreger für den Menschen ungefährlich. Erreger dieser in Mitteleuropa bisher nicht bekannten Infektion ist ein Virus, dessen Verwandte bislang nur in Afrika und Fernost vorkamen. Benannt ist es nach dem Ort im Schmallenberg im Sauerland. Dort wurde im Herbst des vergangenen Jahres das Virus nachgeiwesen.
Deutliche Hinweise auf Schmallenberg-Virus
„Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Die in dem Schafbestand durchgeführte Untersuchung hat den Verdacht des Schafhalters erhärtet. Bei den tot geborenen Lämmern wurden pathologische Merkmale vorgefunden, die für eine Infektion mit dem Schmallenberg-Virus sprechen. Fehlgeburten, schwerste Missbildungen an den Gliedmaßen, ein nach hinten verkrümmter Hals, das alles sind Hinweise, die für die Krankheit sprechen“, erklärt der Amtstierarzt des Rheinisch-Bergischen Kreises, Dr. Thomas Mönig. Die Lämmer werden jetzt weitergehend im staatlichen Veterinäruntersuchungsamt untersucht. Die endgültige Diagnose stellt das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems.
Infektionszeitpunkt wohl im vergangenen Herbst
Die Krankheit übertragen blutsaugende Stechmücken auf Schafe und Rinder. Nach der Infektion bekommen die Tiere Fieber und es kann zu Milchrückgang und Durchfall kommen. Der Infektionszeitpunkt bei einer betroffenen Schafherde liegt wahrscheinlich im Herbst des vergangenen Jahres. Die Schafe dürften damals recht schnell wieder ohne Symptome gewesen sein. Bei trächtigen Schafen kam es allerdings zu den folgenschweren Veränderungen an den noch nicht geborenen Lämmern. Diese führten wohl zu den jetzt vorgefundenen Missbildungen und Fehlgeburten.
Keine Meldepflicht: Kreisveterinäramt auf Mitteilung der Halter angewiesen
Um bessere Erkenntnisse über die Krankheit zu erhalten und die Ausbreitung besser einschätzen zu können, bittet das Veterinäramt alle Schaf- und Rinderhalter, die Beobachtungen wie vermehrte Totgeburten und missgebildete Lämmer oder Kälber in ihren Tierbeständen machen, sich beim Veterinäramt unter der Telefonnummer 02202/13-2815 zu melden. „Ich bitte alle Rinder- und Schafhalter, bei entsprechenden Symptomen anzurufen. Wenn sich herausstellen sollte, dass diese Krankheit eine immense Verbreitung im Tierbestand hat, ergibt sich hoher Druck einen Impfstoffe zu entwickeln“, so Dr. Thomas Mönig.
Derzeit plant das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Meldepflicht für die Krankheit einzuführen. Das ist auch deswegen wichtig, weil nach bisherigen Erkenntnissen bis zu 30 Prozent Verluste in den Schafbeständen auftreten können.
Beitrag teilen:
Facebook
Twitter




Facebook
Twitter