Tanzen statt Torkeln: Neue Kampagne klärt über Gefahren des Alkoholkonsums auf
27.01.12 : 13:51 : 85 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Rheinisch-Bergischer Kreis
Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke präsentierte gemeinsam mit den Bürgermeistern Stefan Caplan (Burscheid), Ulrich Iwanow (Kürten), Wolfgang Roeske (Odenthal), Andreas Heider (Overath), Marcus Mombauer (Rösrath) und der stellvertretenden Bürgermeisterin Ingrid Koshofer (Bergisch Gladbach) in Odenthal-Altenberg die neue Kampagne „Tanzen statt Torkeln“. Ziel ist es, Jugendliche über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären und Alternativen aufzuzeigen. Dafür hat sich ein breites Bündnis zusammengeschlossen, dem neben den Kommunen auch die Präventionsfachdienste und Verkehrsunternehmen angehören. In Bussen, Jugendzentren, Schulen, Geschäften und an vielen Orten mehr hängen die Plakate und liegen die Flyer aus, die Jugendliche, Erwachsene und Einhändler ansprechen. Im Internet beschäftigt sich eine eigens dafür geschaffene Seite (www,tanzen-statt-torkeln.de) mit der Thematik.
„Gerade zu bestimmten Zeiten wie Karneval, wenn viele Jugendliche große Mengen an Alkohol konsumieren, lohnt es sich, präventiv dagegen zu steuern“, erklärte Dr. Hermann-Josef Tebroke. Noch immer gelangen Jugendliche durch Erwachsene zu leicht an Alkoholika. Der Alkoholkonsum vieler Erwachsener dient Jugendlichen oftmals als Vorbild. Alle Teile der Gesellschaft sind daher aufgerufen, ihre Vorbildfunktion für Jugendliche ernst zu nehmen und zu verhindern, dass Jugendliche illegalen Zugang zu Alkohol erhalten. „Die Zahl der Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, ist weiter groß“, erklärte der Landrat. Dennoch machte er eine positive Entwicklung aus. Erstmals gingen die Zahlen im Jahr 2010 – neuere gibt es noch nicht – im Vergleich zum Vorjahr zurück. Wurden 2009 noch 26.400 Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren in ein Hospital in Deutschland eingeliefert, waren es ein Jahr später nur noch 25.995. Dennoch stieg die Zahl der Fälle seit dem Jahr 2000 um mehr als 173 Prozent an.
Präventionsveranstaltung an Gesamtschule Kürten
Dieser Problematik nimmt sich auch die Gesamtschule Kürten an. Die Schüler der Jahrgangsstufe 8 werden am 1. Februar in einer Veranstaltung mit dem Titel „Tanzen statt Torkeln“ von Fachleuten ganz direkt über die Gefahren des Alkoholkonsums aufgeklärt. Eine Podiumsdiskussion und ein anschaulicher Film sollen die Jugendlichen sensibilisieren und zum Nachdenken anregen. „Das Thema ist in den Unterricht eingebunden und wird nach Karneval erneut aufgegriffen“, berichtete Bürgermeister Ulrich Iwanow. So werde eine nachhaltige Auseinandersetzung gewährleistet. Bei dieser Veranstaltung kooperieren die Gemeinde Kürten, der Fachdienst Prävention, die Offene Jugendarbeit Kürten sowie der Rheinisch-Bergische Kreis mit der Schule.
Einzelhandel zieht mit
Auch viele Einzelhändler des Kreises unterstützen die neue Kampagne. Stellvertretend erklärte Thomas Koll, Inhaber des REWE-Markts in Bechen: „Wir hängen die Plakate gern in unserem Laden auf. Zudem nutzen wir die Materialien, um unsere Mitarbeiter zu schulen.“ Gerade zu Karneval oder in den Sommerferien sensibilisiert er seine Mitarbeiter für die Problematik. Dies geschieht auch durch externe Schulungen. Unterstützung erhalten die Angestellten hinter der Kasse von der Technik. Thomas Koll kaufte extra ein neues Kassensystem, das Alarm schlägt, wenn alkoholische Getränke auf dem Band liegen. Die Mitarbeiter sind dadurch angehalten, den Käufer genau unter die Lupe zu nehmen und sich gegebenenfalls den Ausweis zeigen zu lassen.
Neuer Titel und „Look“
Die Kampagne wurde völlig neu gestaltet. Dies drückt schon der Titel „Tanzen statt Torkeln“ aus. Durch die Verkürzung des Titels bleibt die Aussage leicht im Kopf. Die Bildsprache ermöglicht es den Jugendlichen, sich in das Plakat hinein zu projektzieren. Das tanzende Mädchen drückt Lebensfreunde aus. Gemeinsam mit dem Kampagnentitel wird die Botschaft vermittelt, dass man Spaß auch ohne Alkohol haben kann. Die Farben erregen schnell Aufmerksamkeit und reizen zum genauen Hinschauen. Grün und Magenta liegen derzeit zudem voll im Trend und passen damit zur Zielgruppe.
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