Stadtverwaltung lotet Pflaster-Alternativen aus
26.04.11 : 17:48 : 190 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Stadt Bergisch Gladbach
„Strundeband“ kommt für Planer nicht in Frage
Die Gespräche zur Gestaltung der Fußgängerzone in der Bergisch Gladbacher Stadtmitte gehen weiter. In den vergangenen Tagen führten die Projektverantwortlichen der Stadtverwaltung mehrere Sondierungsgespräche, um die Möglichkeiten auszuloten, die sich durch eine gegenüber den Ergebnissen aus Beiratssitzung und Bürgerbeteiligung veränderte Planung ergeben könnten.
So sieht eine mit Vertretern der SPD-Fraktion diskutierte Variante vor, die Planung des beauftragten Ingenieurbüros so zu modifizieren, dass das Betonpflaster durch einen 2 bis 3 Meter breiten geradlinigen Pflasterstreifen in grauem Granit ergänzt wird – zur Verbildlichung des „Strundebandes“. In regelmäßigen Abständen sollen „Brücken“ aus dem Hauptpflaster das Band unterbrechen und Brücken über den Bach andeuten. Die Lösung würde nach ersten Schätzungen zu Mehrkosten in einem höheren fünfstelligen Bereich führen.
Der Vorschlag wurde mit der Regionale-2010-Agentur und dem beauftragten Planungsbüro besprochen. Die Regionale-Agentur kann sich einen solch gravierenden Einschnitt in die laufende Planung allenfalls dann vorstellen, wenn das Ingenieurbüro, das den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen hat, diese Veränderungen auch mittragen würde und man sich insofern noch im Rahmen des Regionale-Wettbewerbsverfahrens befände. Landschaftsarchitekt Gunter Fischer als Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros zieht hier allerdings die rote Karte: Für die ursprüngliche Planung, deren Inhalte zum Sieg im Wettbewerb geführt hatten, wäre mit den in Diskussion stehenden Änderungen das Ende der möglichen Kompromisse erreicht. Er teilte Stadtbaurat Schmickler auf Anfrage mit, dass er unter solchen planerischen Voraussetzungen im Rahmen des bestehenden Ingenieurvertrags nicht mehr zur Verfügung stehe. Er sei gern bereit, einen entsprechenden Entwurf zu erstellen, allerdings in einem völlig neuen planerischen Verfahren.
Bürgermeister Lutz Urbach weiß es zu schätzen, dass Politik und Bürgerschaft sich aktiv für eine Lösung der Pflaster-Frage in der Stadtmitte einsetzen; die Position des Ingenieurbüros ist für ihn andererseits nachvollziehbar: „Es fällt mir schwer, ein Modell, das weder durch den Planer noch durch den Fördermittelgeber unterstützt wird, zur Abstimmung vorzuschlagen.“ Auch die Auswirkungen auf die bereits erbrachten und geförderten Planungsleistungen seien unklar: „Wir laufen Gefahr, einen großen Teil der bisher entstandenen Kosten aus eigener Tasche tragen zu müssen.“
Bürgermeister und Projektgruppe wollen bis zur Sonder-Ratssitzung am 16. Mai 2011, in der die Gestaltung der westlichen Stadtmitte erneut auf der Tagesordnung steht, ihre Bemühungen um einen breiten Konsens fortführen.
Beitrag teilen:
Facebook
Twitter




Facebook
Twitter