Regionale 2010 – RegioGrün: Strundequelle sprudelt jetzt „mit Fassung“
15.04.11 : 17:31 : 249 mal gelesen : Verstoß melden
veröffentlicht von Unserort Redaktion für
Stadt Bergisch Gladbach
Einweihung des neu gestalteten Quelltopfs
Ein wesentliches Etappenziel „entlang der Strunde“ ist erreicht: Im Rahmen des Regionale-2010-Projektes :RegioGrün wurde das Tal des „fleißigsten Baches Deutschlands“ für Naturliebhaber und (Rad-)Wanderfreunde noch attraktiver gestaltet. Start- und Zielpunkt ist der „Sprudelnde Auftakt“, der Quelltopf der Strunde nahe dem Ortszentrum von Herrenstrunden. Bürgermeister Lutz Urbach übergab nun gemeinsam mit Landrat Rolf Menzel die Quellfassung, brandneu in Naturstein gestaltet, mit einem kleinen Festakt symbolisch der Öffentlichkeit.
Künstlerisch begleitet wurde die Feier durch mehrere musikalische Beiträge des Männerquartetts Herrenstrunden unter der Leitung von , das sowohl „den fleißigen Bach“ als auch die „bergische Heimat“ besang. Wort und Kunst e.V. sorgte für weitere lyrische Akzente und trug mehrere kurze Gedichte vor, thematisch passend zur Strunde und zum Bergischen.
Die Strunde als Lebensader für Bergisch Gladbach: An ihrer Quelle liegt eines der „Herzstücke“ der Stadt, der Ursprung nicht nur des Flusses, sondern auch der Fortentwicklung und des Wohlstandes unserer Stadt. Mit ihrer beständigen Wasserkraft trieb die Strunde jahrhundertelang die Mühlen entlang ihrer Ufer an und bildete die Wurzel für die Papierindustrie. Diese Wurzeln sollen nicht verkümmern; im Bewusstsein des hohen Stellenwertes für Stadt und Region hat Landschaftsarchitekt Alexander Nix aus Bergisch Gladbach die Pläne entworfen.
Entstanden ist seit Herbst 2010 eine grundlegende Aufwertung der Quelle: Ein breiter Rand aus Steinplatten und unbehauene Steinblöcke als „Sitzmöbel“ laden zum Verweilen ein. Ebenfalls neu gestaltet wurde der Zugang vom nahegelegenen Parkplatz; der Weg erhielt wie die Quellfassung einen Natursteinbelag und kann künftig auch bei feuchter Witterung ohne nasse Füße begangen werden. Eine Treppe aus Blockstufen verbindet den oberhalb gelegenen Wanderweg mit dem Quellteich, so dass die gesamte Anlage ein geschlossenes, einladendes Bild vermittelt. Diese hochwertige und komfortable Gestaltung soll nicht nur die Besucher anlocken, sondern auch ihre Schritte lenken: Denn die Flächen, die abseits der Wege liegen, sind ökologisch wertvoll und danken es den Spaziergängern, wenn sie nicht betreten und ihre empfindlichen Pflanzen gestört werden.
Einige Meter entfernt wartet die „Rotunde“, ein Pumpenhaus der Fa. Mreal Zanders, auf ihre Aufgabe als Informationszentrum. An deren – leider schon wieder graffitigeschädigten – Mauern werden in den nächsten Wochen Informationstafeln installiert, die unter anderem über die kulturhistorische Bedeutung der Strunde für Bergisch Gladbach und die Region aufklären. Das Pumpenhaus ist Eigentum der Fa. Mreal Zanders; die gute Zusammenarbeit mit dem Unternehmen machte es möglich, den Quellbereich so zu gestalten, wie er sich nun präsentiert.
Weiter unterhalb, entlang der Strunde zwischen Herrenstrunden und dem Stadtzentrum (Vollmühlenweg), sind zum Teil neue Rad- und Fußwege entstanden, zum Teil die bestehenden erneuert und attraktiver gestaltet. Ein neuer, naturnah gestalteter Randstreifen entlang der Kürtener Straße zwischen Gut Schiff und Neue Dombach soll künftig Fußgänger und Radfahrer vor dem Autoverkehr schützen. Das Bodendenkmal Pulvermühle und das Rheinische Industriemuseum liegen auf der Route, außerdem einige typisch bergische Hofbauten und weitere Mühlengebäude. In Herrenstrunden selbst sind die Pfarrkirche, die Malteser Komturei, Burg Zweiffel oder die Mühlenwiese mit ihrem Teich einen Besuch wert.
Leitthema Strunde
Dem Regionale-Projekt „RegioGrün“ liegt die Idee zugrunde, rund um das Kölner Ballungsgebiet einen dritten Grüngürtel auszubauen. Es entsteht in der Region ein vernetztes Grünsystem; sechs strahlenförmige "Korridore einer Parklandschaft" sollen entstehen, wobei der nordöstliche Korridor von Köln-Mülheim bis nach Bergisch Gladbach das Segment "Entlang der Strunde" bildet.
In diesem Teilbereich von RegioGrün bestimmt die Strunde als durchgehendes Orientierungselement das Leitthema. Auf einer Tour zwischen Köln-Mülheim und Herrenstrunden soll Kultur entdeckt und Natur erlebbar gemacht werden. Ziel ist es, im Rahmen der Freiraumentwicklung eine attraktive Erlebnisroute mit einer durchgängigen Rad- und Fußwegeverbindung zu gestalten, an der sowohl die Bürger der Stadt als auch die Besucher der Region die Schönheiten und Eigenarten des Natur- und Landschaftsraumes erleben können. Herrenstrunden wurde als eines der Schwerpunkträume im Netzwerk mit entsprechend weitreichenden Baumaßnahmen in die Gestaltung einbezogen.
Wegeleit- und Informationssystem
Ein weiteres „Aushängeschild“ des gesamten Projektes „RegioGrün“ ist das einheitliche Wegeleit- und Informationssystem: Ob man in Herrenstrunden oder an den Villeseen auf Regionale-Routen trifft, überall kann man an den verwendeten Infotafeln mit dem rot-blauen Logo die Zuordnung leicht erkennen. Entlang der Strunde führt das Leitsystem von der Quelle bis zur Mündung. Die angesprochenen Themen ranken sich nicht nur rund um die Strunde, sondern behandeln auch z.B. den Geopfad in der Paffrather Kalkmulde, den historischen Friedhof an der Gnadenkirche oder die Gartensiedlung Gronauer Wald. Eine ganz besondere „Zugabe“ hat sich der Wort und Kunst e.V. ausgedacht: Auf fünf der Info-Stelen wird wechselnde Lyrik zum Thema Strunde und Bergisches Land zu lesen sein. Die Informationstafeln des Wegeleitsystems werden auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet bis Herbst 2011 komplett installiert sein.
Noch mehr Bausteine „entlang der Strunde“ – Regionale-Förderung geht weiter
Der Regionale-Schwerpunktraum Herrenstrunden soll bis 2014 zusätzlich qualifiziert werden: Fördermittel für zusätzliche Ausbauprojekte sind in den Bereiche Dorfplatz, Mühlenwiese und Bodendenkmal Pulvermühle beantragt, außerdem sollen die Sichtachsen vom Ortskern in die Landschaft verbessert werden.
Für die bisher durchgeführten bzw. vor dem Abschluss stehendenMaßnahmen (inklusive Wegeleitsystem) stand ein Gesamtbudget von 455.000 Euro zur Verfügung. Der Förderanteil aus Regionale-Mitteln beträgt 410.000 Euro oder 90 %. Die bis 2014 geplanten Maßnahmen schlagen mit weiteren 425.000 Euro zu Buche. Hier erwartet die Stadt Bergisch Gladbach einen Förderanteil von 340.000 Euro oder 80 %. Weitere Optionen auf Fortführung der Ausbaumaßnahmen (etwa im Bereich des Wachendorff-Geländes) bestehen, sind allerdings abhängig von der Finanzlage der Stadt.
Veranstaltungen „Entlang der Strunde“
Im Jahr der „Rheinischen Weltausstellung“ gehen auch zwei Regionale-Veranstaltungen aus der Rubrik „Reisen in die Heimat“ Richtung Bergisch Gladbach: Am Samstag, dem 21. Mai wird der Stadtrundgang „Bergisch Gladbach – vom Industriestandort an der Strunde zur ´neuen´ Stadtmitte“ angeboten (Treffpunkt 15.00 Uhr am Rathaus Stadtmitte) und eine Woche später, am 28. Mai, die Führung „von der Strundequelle zur Alten Dombach“, Treffpunkt 11.00 Uhr in Herrenstrunden an der Kirche.
Beitrag teilen:
Facebook
Twitter




Facebook
Twitter